Langsame Lkw-Abfertigung Industrie sieht durch Brenner-Streit Wohlstand gefährdet

Weil Österreich die Zahl der abgefertigten Lastwagen begrenzt, bilden sich auf dem Brenner lange Staus. Der Bundesverband der Deutschen Industrie dringt auf eine schnelle Lösung des Problems.

"Leider noch weitgehend alternativlos": Die Brenner-Autobahn an der Europabrücke in Österreich
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"Leider noch weitgehend alternativlos": Die Brenner-Autobahn an der Europabrücke in Österreich


Im Streit zwischen Deutschland und Österreich um die Abfertigung an der Brenner-Autobahn dringt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auf eine Einigung. "Der Alpentransit über den Brenner ist für die vernetzten europäischen Wertschöpfungsstrukturen essenziell und für sehr viele Transporte und Güter gegenwärtig leider noch weitgehend alternativlos", sagte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. Instrumente wie die Blockabfertigung von Lastwagen behinderten den freien Warenverkehr massiv und könnten erhebliche Schäden verursachen.

Bei der Blockabfertigung lässt Österreich pro Stunde nur bestimmte Kontingente an Lastwagen - in der Regel 250 bis 300 - über die Grenze. Dadurch sollen Staus auf den österreichischen Autobahnen verhindert werden. An den Grenzen bilden sich dafür aber auf deutscher Seite teils lange Staus. Kritik gibt es ebenfalls an Wochenend-Fahrverboten für Transitreisende auf Landstraßen in Tirol.

Am Montag treffen sich der Deutschen Presse-Agentur zufolge Vertreter von Österreich, Deutschland und Italien in Brüssel, um nach einer Lösung in dem Streit zu suchen. Italien und Deutschland hatten sich in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc über die Blockabfertigung auf dem Brennerkorridor beschwert und Klagen angekündigt. Auch die EU-Kommission hat die Blockade kritisiert.

Der BDI warnte mit Blick auf die LKW-Abfertigung vor einer Eskalation des Konflikts. Zwar sei das Anliegen Tirols, die Auslastung der Inntal- und Brennerautobahn zu reduzieren, nachvollziehbar, so Lösch. "Statt wohlstandsgefährdender Verkehrsbehinderungen braucht es jedoch gangbare Transportalternativen für den Langstreckentransport zwischen Deutschland und Italien." Kurzfristig wirksam für die Entlastung der Bevölkerung seien Anreize, auf der Brennerroute besonders saubere und besonders leise LKW zu verwenden.

Die Schiene kann Lösch zufolge auf der Brennerachse erst mittelfristig zu einer geeigneten Transportalternative werden, nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Deutschland und Italien müssten viel mehr Tempo machen, um Schienenzuläufe zum Brennerbasistunnel zu schaffen.

dab/dpa

insgesamt 147 Beiträge
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stocky 08.07.2019
1. sauber und leise verhindert Stau?
was bitte bringen saubere und leisere LKWs, um Stau zu verhindern? Stau wurde als Grund genannt für die Blockabfertigung. Da wird die Bahn konsequent benachteiligt und dann droht man mit Klage, wenn der Verkehr nicht mehr rollen darf, da er alternativlos sei. Genau mein Humor.
supple 08.07.2019
2.
Wie währe es damit die Güter wieder vermehrt auf den Schienen zu Transportieren?
felix_hauck 08.07.2019
3.
Das klingt nach einer genialen Lösung! Die deutschen Autobahnen könnten auch mal etwas Schonung vertragen. Mal schauen wie weit die europäische Infrastruktur noch kommt wenn Deutschland LKWs nur noch kontingentweise ins Land lässt.
h3ld 08.07.2019
4. Die Bahn
Wenn ich's richtig verstanden habe ist Deutschland extrem langsam dabei was den Ausbau der Schiene ausmacht. Nur um es jedem Anwohner Recht zu machen. Vielleicht sollte man da mal ein bisschen konsequenter sein.
derhey 08.07.2019
5. Auf die Bahn
damit. Sowohl durch die Schweiz als auch gerade Österreich sind die Kapazitäten knapp zu 2/3 ausgenutzt. Also z.Z. noch genügend Luft nach oben. Und vor allem: Rheintalstrecke 15 Jahre hinter dem Abkommen mit der Schweriz, bay. Inntalanbindung - NULL. Wer hat da wohl den schwarzen Peter? Die die jetzt am meisten Motzen (Bayern)! Gut so Tirol.
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