Nahrung, Getränke, Arznei Jeder fünfte Brite hortet aus Brexit-Angst

Falls Großbritannien die EU ohne Vertrag verlässt, befürchten nicht nur Unternehmen längere Lieferengpässe. Einer Studie zufolge haben britische Bürger bereits Waren im Milliardenwert gebunkert.

Zum Beispiel Ananas: Importierte Waren in britischen Supermärkten könnten knapp werden
REUTERS

Zum Beispiel Ananas: Importierte Waren in britischen Supermärkten könnten knapp werden


Aus Sorge vor einem ungeregelten Brexit haben die Briten einer Studie zufolge bislang Waren im Wert von rund vier Milliarden Britischen Pfund (etwa 4,3 Milliarden Euro) gehortet. Fast jeder Fünfte habe damit begonnen, seinen Vorrat an Nahrungsmitteln, Getränken oder Arzneimitteln aufzustocken, teilte der Finanzdienstleister Premium Credit mit. Für die Studie wurden 1052 Verbraucher befragt, die einen Job haben.

Wer hortet, versorgt sich demnach vor allem mit Lebensmitteln (74 Prozent), gefolgt von Arzneiprodukten (50) und Getränken (46). Im Falle eines EU-Austritts ohne Abkommen rechnen viele Experten mit vorübergehenden Lieferengpässen, ausgelöst vor allem durch lange Wartezeiten für Lastwagen an den Grenzen bei Zollkontrollen.

Premierminister Boris Johnson will Großbritannien am 31. Oktober aus der Europäischen Union führen - "komme, was wolle". Er droht mit einem Austritt ohne Abkommen, sollte sich Brüssel nicht auf seine Forderung nach Änderungen an dem mit seiner Vorgängerin Theresa May ausgehandelten Austrittsabkommen einlassen. Die lehnt die EU aber strikt ab.

Damit wächst die Gefahr eines sogenannten No-Deal-Brexits, der die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche schädigen würde. So warnte die britische Lebensmittelindustrie vor Engpässen, die "Wochen oder Monate" dauern könnten. Die britische Pizzakette Domino's kündigte bereits an, ihre Vorräte aufzustocken. Rund ein Drittel der Zutaten bezieht das Unternehmen aus dem Ausland, darunter Tomatensoße und Ananas.

dab/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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Wal-Ire 12.08.2019
1. Project fear mal wieder.
Ganz bestimmt werden alle wichtigen Nationen den Briten schon aus purem Eigennutz bessere Konditionen anbieten, schließlich ist Global Britain die fünftgrößte Volkswirtschaft und außerdem hat GB zwei Flugzeugträger und Atom-U-Boote. Außerdem wird die EU am 01.11.2019 tot umfallen und China wird sich an den Opiumkrieg erinnern und sofort kapitulieren. Nigel Farage wird neuer Lordprotektor und er wird das Irlandproblem im Geiste Oliver Cromwells lösen. Alles wird gut! Achja, kann Spuren von ... enthalten.
purplehaze 12.08.2019
2. Import
Wie, die Briten müssen Ananas importieren? Dann eben kein Pizza Hawai mehr.
mmenck 12.08.2019
3. Es war einmal...
Der Spiegel macht sich Journalismus zunehmend einfach. Man muss wirklich nicht nur Artikel aus dem Guardian übernehmen (was Grossbritannien angeht). Es wäre sicherlich nicht verkehrt, ab und an mal wieder auf eigene Recherche zurückzugreifen, oder zumindest gelegentlich andere Quellen zu nutzen. Vor vielen Jahren war der Spiegel mal ein führendes Nachrichtenmagazin, aber die Zeiten kommen wohl nicht wieder...
alleswirdbesser 12.08.2019
4. @purplehaze
Ab Ananas war auch mir klar: alles wird halb so schlimm ;-))
skeptizistikerin 12.08.2019
5. Pi mal Daumen
Paarundsechsig Mio Briten - fast jeder fùnfte, also 10 Mio haben 4 Milliarden ausgegeben... Jeder fùnfte hat also für 400 Euro "gebunkert" - ist dass jetzt ne Nachricht? Getränke und Lebensmittel, werden also kontinentale Spezialitäten sein... Die einzigen, um die ich mir ernsthafte Gedanken mache, sind die Leute, die Angst haben, nicht mehr an ihre Medikamente zukommen.
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