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19. April 2016, 18:31 Uhr

Warnung der Bank of England

Brexit-Angst könnte Wirtschaft schon jetzt schaden

In zwei Monaten stimmt Großbritannien über seine EU-Mitgliedschaft ab. Die Sorge vor einem Austritt könnte schon jetzt der Wirtschaft schaden, warnt Notenbankchef Carney im Parlament.

Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der EU belastet der Bank of England (BoE) zufolge möglicherweise schon jetzt die britische Wirtschaft. BoE-Chef Mark Carney sagte vor dem Wirtschaftsausschuss des Oberhauses, durch den sogenannten Brexit könne etwa der Immobilienmarkt unter Druck geraten oder auch die Liquidität an den Finanzmärkten knapper werden. Zudem könne der Rest der EU unter einem britischen Austritt leiden. "Einige Bestandteile dieser Risiken zeigen sich womöglich schon."

Ein Votum für den Austritt könnte Carney zufolge für längere Unsicherheit in der Konjunktur sorgen. Mit ähnlichen Worten hatten die Londoner Währungshüter jüngst nach ihrem Zinsbeschluss vor den Folgen des Brexit gewarnt, über den die Briten am 23. Juni abstimmen. Laut Carney würden die Wachstumsaussichten wahrscheinlich kurzfristig unter einem Austritt leiden. Zugleich werde die Inflation wohl angeheizt.

Die BoE bereitet sich schon länger auf einen möglichen Brexit vor. So richtete sie frühzeitig eine geheime Taskforce zu dem Thema ein, die 2015 versehentlich enttarnt wurde . Kritiker haben dem Kanadier Carney vorgeworfen, mit den Warnungen überschreite die Notenbank ihre Kompetenzen.

Bei seinem Auftritt im Parlament widersprach Carney. "Wesentliche Risiken zu beurteilen und zu melden, bedeutete nicht, sich in die Politik einzumischen", sagte er. "Es wäre vielmehr politisch, wichtige Einschätzungen zurückzuhalten, die unmittelbar mit unseren Aufgabengebieten zu tun haben und unsere Entscheidungen beeinflussen."

Ein EU-Austritt würde nach Ansicht vieler Volkswirte die Londoner Notenbank zur ersten Zinssenkung seit der weltweiten Finanzkrise zwingen. Der Ausgang des Referendums ist jedoch noch ungewiss: Einer aktuellen Meinungsumfrage nach ist eine wachsende Zahl von Briten unentschlossen, wie sie abstimmen wird.

dab/Reuters

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