Falsche Daten Britische Regierung lässt Brexit-Münzen prägen - zum dritten Mal

Eine Million Brexit-Geldstücke mussten bereits eingeschmolzen werden: Sie trugen erst den 29. März als Austrittsdatum, dann den 31. Oktober. Jetzt wurden erneut Gedenkmünzen in Auftrag gegeben - mit einem neuen Termin.
50-Pence-Münze von vorn (Archiv)

50-Pence-Münze von vorn (Archiv)

Foto: FACUNDO ARRIZABALAGA/ DPA

Der Hickhack um den Brexit und das Austrittsdatum Großbritanniens aus der EU sorgt auf unterschiedlichen Ebenen für Konsequenzen: Zum dritten Mal hat die britische Regierung inzwischen neue 50-Pence-Münzen zur Erinnerung an den Brexit in Auftrag gegeben - dieses Mal wohl mit korrektem Datum.

Die Münzprägeanstalt des Vereinigten Königreichs, Royal Mint, musste Medienberichten zufolge eine Million solcher Geldstücke einschmelzen lassen, denn sie trugen das geplante Austrittsdatum vom 31. Oktober. Die königliche Münzprägeanstalt hatte zuvor schon einmal eine 50-Pence-Münze mit falschem Brexit-Termin hergestellt, diese war auf den 29. März datiert. Der Brexit wurde aber mehrmals verschoben, weil das zerstrittene Parlament sich nicht auf einen Kurs bei der Scheidung von der EU einigen konnte.

Neues Datum: 31. Januar

Die 93 Jahre alte Königin Elizabeth II. ließ nach Angaben der Nachrichtenagentur PA vom Samstag nun amtlich verkünden, dass die neuen Gedenkmünzen aus Gold, Silber und Kupfernickel mit dem Datum 31. Januar geprägt werden sollen. Sie tragen die Aufschrift "Frieden, Wohlstand und Freundschaft mit allen Nationen".

Dieses Mal dürfte wohl nichts mehr dazwischenkommen, denn Premierminister Boris Johnson hat seit der Neuwahl mehr Rückendeckung für seine Brexit-Pläne. Das Parlament stimmte am Freitag für das Austrittsabkommen, das er mit Brüssel nachverhandelt hatte. Der Entwurf für das Ratifizierungsgesetz wurde von der neuen Regierungsmehrheit der Konservativen in zweiter Lesung angenommen.

Weitere Stufen im Gesetzgebungsverfahren sollen im Januar vollzogen werden. Doch die gelten fast als Formalie. Großbritannien wird sehr wahrscheinlich Ende Januar die Staatengemeinschaft verlassen.

Neuen Ärger könnte es hingegen in der nächsten Phase geben, wenn die Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union bis Ende 2020 geklärt werden müssen. Kritiker halten diese Zeitspanne angesichts der komplexen Themen für viel zu kurz.

lgr/dpa