Für Firmen und Privatpersonen EU-Kommission warnt vor Folgen eines harten Brexits

Zollkontrollen, Bargeldlimit, Einschränkungen: Für Firmen und Reisende würde sich im Falle eines ungeregelten Brexits einiges verändern. Davor warnte die EU-Kommission jetzt erneut.

Lkw vor dem Hafen von Calais
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Lkw vor dem Hafen von Calais


Firmen müssen sich im Falle eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU auf weitreichende Folgen einstellen. Davor warnte die EU-Kommission. "In dem Falle würde das Vereinigte Königreich vom einem Tag auf den anderen ein Drittstaat", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Das würde radikale Veränderungen nach sich ziehen.

Pierre Moscovici warnt vor radikalen Veränderungen
AFP

Pierre Moscovici warnt vor radikalen Veränderungen

Neue Zollkontrollen müssten eingeführt werden, aus Großbritannien in die EU eingeführte Güter müssten dann kontrolliert, dokumentiert und besteuert werden, sagte er weiter. Derzeit könnten Waren ohne Formalitäten zirkulieren. Allein zwischen Dover in Südengland und Calais in Nordfrankreich verkehrten derzeit etwa vier Millionen Güterfahrzeuge pro Jahr - etwa 11.000 pro Tag, sagte Moscovici weiter.

Probleme für Reisende

Auch auf Reisende kämen im Falle eines harten Brexits Unannehmlichkeiten zu. Bestimmte Produkte könnte etwa nicht mehr problemlos in die EU mitgebracht werden, zudem gelte ein Bargeldlimit von 10.000 Euro.

Die europäischen Zollbehörden hätten zuletzt bereits erhebliche Anstrengungen vollbracht und würden ihr Personal aufstocken - in Frankreich etwa um 700 Mitarbeiter. Sie seien vorbereitet, sagte Moscovici weiter.

Mit Blick auf die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland sagte er, dass auch dort Güter künftig von einem Drittstaat in die EU gelangen würden. Kontrollen müssten störungsfrei und so weit wie möglich von der Grenze entfernt durchgeführt werden.

Die EU will die Grenze zwischen ihrem Mitglied Irland und dem britischen Nordirland unbedingt offenhalten, um neue politische Spannungen in der ehemaligen Bürgerkriegsregion zu vermeiden. Zum Schutz des Binnenmarkts müsste es aber wohl Kontrollen geben.

Nach derzeitiger Planung soll Großbritannien die EU am 12. April verlassen. Sollte bis dahin weder der im vergangenen Jahr vereinbarte Austrittsvertrag noch eine Alternative beschlossen sein, droht ein ungeordneter Austritt. Die britische Premierministerin Theresa May will die EU um einen weiteren Aufschub bitten. Alle Entwicklungen des Tages lesen Sie in unserem Newsblog.

brt/dpa

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