Brexit Britischen Firmen fehlen bereits jetzt EU-Bürger

Die britische Wirtschaft zieht bereits jetzt zu wenig EU-Ausländer an, um offene Stellen zu besetzen. Dabei hat das Land den Austritt aus der Europäischen Union offiziell noch gar nicht beantragt.
Blick auf London

Blick auf London

Foto: LEON NEAL/ AFP

Viele britische Firmen haben einer Studie zufolge wegen der sinkenden Attraktivität des Landes für EU-Ausländer Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Die Zahl der in Großbritannien beschäftigten EU-Bürger sei im vierten Quartal 2016 um lediglich 30.000 gestiegen - damit habe sich der Zuwachs fast halbiert, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut CIPD am Montag mit. Die Entwicklung "könnte dieses Jahr die Probleme bei der Stellenbesetzung verschlimmern", erklärten die Wirtschaftsforscher.

In Großbritannien sind derzeit im langjährigen Vergleich besonders viele Arbeitsplätze unbesetzt. Die sinkende Zahl der EU-Ausländer dürfte der Studie zufolge das Problem für bestimmte Branchen besonders verschärfen. Das betrifft Bereiche mit vielen gering qualifizierten Jobs wie der Groß- und Einzelhandel, die Hotellerie und die Gastronomie. Zudem arbeiten auch viele EU-Ausländer im Gesundheits- und im Sozialwesen.

Für die Studie hatte das CIPD mehr als tausend Arbeitgeber befragt. Fast jedes dritte Unternehmen gab an, Hinweise dafür zu haben, dass seine aus dem EU-Ausland stammenden Mitarbeiter dieses Jahr die Firma oder auch gleich das Land verlassen wollten.

Die britische Premierministerin Theresa May hat zwar versichert, dass EU-Bürger, die bereits im Land leben, ihre bisherigen Rechte auch nach dem britischen EU-Austritt behalten sollen. Ob und wie dies umgesetzt werden kann, ist aber unklar. Zuletzt arbeiteten etwa 2,26 Millionen Menschen aus anderen EU-Staaten in Großbritannien.

mik/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.