Brexit Investor Soros will nicht vom Pfund-Crash profitiert haben

Im Falle eines Brexit-Votums werde die britische Währung einbrechen, warnte George Soros vor dem Referendum. Nun teilt er mit, er habe aber nicht gegen das Pfund gewettet.

Milliardär Soros
REUTERS

Milliardär Soros


Finanzinvestor George Soros hat nach eigenen Angaben vor dem Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union nicht gegen die britische Währung gewettet. Er habe sogar auf das Pfund gesetzt, sagte Soros' Sprecher.

Wenige Tage vor dem Referendum hatte Soros im "Guardian" vor den massiven wirtschaftlichen Folgen eines Brexit gewarnt: Die EU riskiere einen schwarzen Freitag, Anleger könnten panikartig aus dem Pfund fliehen, der Wechselkurs würde gegenüber dem Dollar um mindestens 15 Prozent fallen.

Ganz so drastisch kam es dann nicht: Das Pfund verlor am Freitag zwischenzeitlich allerdings rund elf Prozent und sackte auf den tiefsten Wert seit 30 Jahren.

Am Wochenende erneuerte Soros seine Prognose: Es kämen schwere Zeiten auf die EU zu, schrieb er auf der Internetseite "Project Syndicate". Die Auflösung der EU sei so gut wie unausweichlich. Auch Großbritannien könnte zerfallen.

In seinem Beitrag kritisiert Soros auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihre Geste, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sei gut gemeint, aber nicht durchdacht gewesen.

Auf den Finanzmärkten erwartet Soros für die Dauer der Verhandlungen über einen Austritt starke Schwankungen. Die Folgen für die Realwirtschaft würden vermutlich mit denen der Finanzkrise 2007 bis 2008 vergleichbar sein. Zugleich mahnte Soros einen massiven Umbau der EU an.

Soros hatte 1992 mit einer Wette gegen das britische Pfund riesige Gewinne eingefahren. Der Kurs des Sterlings brach damals massiv ein. Die Währung schied daraufhin aus dem europäischen Wechselkursmechanismus EWS aus - der Tag ging als "Schwarzer Mittwoch" in die Finanzgeschichte ein.

brk/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.