Brexit-Kritik Briten widersprechen Handelstheorien des US-Präsidenten

Kann Großbritannien wegen des Brexit-Deals keinen Handel mehr mit den USA treiben? Das behauptet US-Präsident Donald Trump. Das Dementi aus London fällt ungewöhnlich klar aus.
Donald Trump und Theresa May im Juli

Donald Trump und Theresa May im Juli

Foto: Jack Taylor/ Getty Images

Die britische Regierung hat Kritik von US-Präsident Donald Trump am Brexit-Abkommen zwischen London und Brüssel widersprochen. Es sei "sehr klar", dass Großbritannien nach dem Brexit in der Lage sein werde, Handelsabkommen rund um den Globus zu schließen, auch mit den USA, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung auf der Website der britischen Regierung.

Trump hatte zuvor Zweifel geäußert, dass ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien auf Grundlage des ausgehandelten Brexit-Abkommens möglich sein wird. "Es hört sich nach einem großartigen Deal für die EU an", hatte Trump am Montag in Washington gesagt. Mit Blick auf die Situation der Briten fügte er an: "Wie der Deal aussieht, könnte es sein, dass sie nicht in der Lage sind, mit uns Handel zu treiben, und ich glaube nicht, dass sie das wollen."

Damit fiel Trump der britischen Premierministerin Theresa May erneut in den Rücken. Das Parlament in London soll am 11. Dezember über das Abkommen abstimmen. Derzeit ist sehr fraglich, ob May eine Mehrheit dafür zusammenbekommen wird.

Bereits bei seinem Besuch diesen Sommer in Großbritannien hatte Trump ungewöhnlich heftige Kritik an Mays Verhandlungsführung geäußert und damit für Verstimmung gesorgt in dem stets als "besondere Beziehung" beschriebenen Verhältnis zwischen London und Washington.

Verunsicherung an der Börse

Auch an den Börsen hatten Trumps Äußerungen für Unruhe gesorgt. Das Pfund fiel um bis zu 0,8 Prozent auf ein Zweiwochentief von 1,2732 Dollar.

May versucht derzeit, die Öffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen und damit den Druck auf die Parlamentarier bei der Abstimmung zu erhöhen. Selbst auf eine TV-Debatte mit Oppositionschef Jeremy Corbyn will sie sich einlassen.

Doch sogar loyale Parteifreunde wie Ex-Verteidigungsminister Michael Fallon kritisieren den Deal inzwischen deutlich. Das Abkommen sei "zum Scheitern verurteilt" und biete "das Schlechteste aller Welten", sagte Fallon der BBC am Montag. Die Kritik des US-Präsidenten könne nicht einfach "weggewischt werden".

dab/dpa
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