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08. März 2017, 19:22 Uhr

Brexit-Vorbereitung

Großbritannien erhöht Steuern

Alkohol und Tabak werden teurer, für Selbstständige steigen die Sozialabgaben: Die britische Regierung rüstet sich für den Brexit.

Die britische Regierung versucht, das Land mit einer harten Sparpolitik für turbulente Zeiten zu wappnen. Der von Finanzminister Philip Hammond nun vorgestellte Frühjahrshaushalt sieht Steuererhöhungen vor, großzügige Staatsausgaben sind Mangelware.

Der Haushaltsplan sei eine "stabile Grundlage für den Brexit", sagte Hammond.

So hat die Regierung Steuererhöhungen bei Alkohol und Tabak durchgesetzt. Eine 20er-Schachtel Zigaretten kostet ab sofort 35 Pence (40 Cent) mehr als zuvor, ein Pint Bier (rund 0,5 Liter) kostet ab Montag 2 Pence (2,3 Cent) mehr.

Höchst umstritten ist die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige. Demnach steigt ab 2018 der Beitrag um einen Prozentpunkt auf 10 Prozent, und im Jahr 2019 noch einmal um einen Prozentpunkt. Für die britischen Medien sind die Selbstständigen die "größten Verlierer" des Etats.

Hammond hatte im Herbst vergangenen Jahres noch Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur des Landes angekündigt. Mehr Geld ausgeben will London nun lediglich für Bildung und bessere Pflege. Zwei Milliarden Pfund (2,3 Milliarden Euro) will das Land in diese Bereiche über drei Jahre verteilt stecken.

Unterdessen korrigierte das Forschungsinstitut Office for Budget Responsibility (OBR) seine Wachstumsprognose nach oben. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 2 Prozent wachsen statt nur um 1,4 Prozent. Ein Niveau, das der Prognose zufolge aber erst wieder im Jahr 2021 erreicht wird.

Steigende Preise und sinkende Konsumausgaben werden der britischen Wirtschaft in den kommenden Jahren zu schaffen machen, glauben Experten. Und der Schuldenberg drückt. Für das laufende und das kommende Jahr gehen sie von einer Staatsverschuldung von 88,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.

man/dpa

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