Brexit-Rechnung Britische Regierung räumt EU-Verpflichtungen ein

Wie kostspielig wird der Brexit für die Briten? Die EU fordert 100 Milliarden Euro. Vor den Verhandlungen am Montag signalisiert London Verhandlungsbereitschaft.
EU-Flagge vor Londons Parlamentsgebäude

EU-Flagge vor Londons Parlamentsgebäude

Foto: Victoria Jones/ dpa

Die britische Regierung hat erstmals prinzipiell anerkannt, dass Großbritannien über den Brexit hinaus finanzielle Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union hat. Das geht laut einem Bericht der "Financial Times" aus einem Brief an das britische Parlament hervor.

In dem Schreiben der Brexit-Staatssekretärin Joyce Anelay heißt es: "Die Regierung erkennt an, dass das Vereinigte Königreich Verpflichtungen gegenüber der EU hat, und die EU gegenüber dem Vereinigten Königreich, die über Großbritanniens Austritt hinaus Bestand haben".

Am Montag treffen sich Vertreter der EU und Großbritanniens zur nächsten Verhandlungsrunde. In Brüssel wurde die Nachricht von dem Schreiben positiv aufgenommen. Das Statement gehe "deutlich weiter" als bisherige Äußerungen aus London, sagte ein EU-Diplomat der "Financial Times". In dem Brief wird allerdings keine konkrete Summe genannt.

Standpunkt der EU ist, Großbritannien müsse trotz Brexit Verpflichtungen erfüllen, die es während vier Jahrzehnten Mitgliedschaft in der Union eingegangen sei. Genannt wird eine Summe von bis zu 100 Milliarden Euro. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamte und etliches mehr.

Die Austrittsrechnung dürfte ein großer Streitpunkt in den Brexit-Verhandlungen werden.

beb
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.