Philip Hammond Britischer Minister bezeichnet EU als Feind
Finanzminister Philip Hammond
Foto: Carl Court / Getty ImagesGroßbritanniens Finanzminister Philip Hammond verschärft den Ton im Streit mit der Europäischen Union. In einem TV-Interview bezeichnete Hammond die EU als "den Feind".
Hintergrund sind die schleppenden Brexit-Verhandlungen mit Brüssel - und innerparteiliche Anfeindungen gegen den Finanzminister. Hammond hat in Großbritannien derzeit keinen leichten Stand. Die Befürworter eines Brexit halten ihm vor, beim Referendum 2016 für einen Verbleib Großbritanniens innerhalb der EU gestimmt zu haben.
Inzwischen ist Hammond eine der wichtigsten Stimmen des gemäßigten Flügels der Konservativen, die für einen weichen Brexit plädieren und für eine Übergangsphase im Verhältnis zur EU. Er argumentiert, ein harter Brexit werde wirtschaftliche Erschütterungen zur Folge haben. Konservative Medien werfen Hammond deshalb "Verrat" vor.
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Wohl auch vor diesem Hintergrund ist der bedrängte Minister in die Offensive gegangen. Er appellierte an die Geschlossenheit der Konservativen - und bezeichnete die EU als "den Feind". Wörtlich sagte Hammond: "Der Feind, die Gegner, das sind die da drüben auf der anderen Seite des Tischs."
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Im übrigen sei er dem Brexit "völlig verpflichtet". Allerdings vermied es Hammond, auf die Frage zu antworten, wie er bei einem hypothetischen zweiten Referendum abstimmen würde.
Wenig später ruderte Hammond allerdings schon wieder zurück. Auf Twitter entschuldigte sich der Minister für die "schlechte Wortwahl" - und ließ wissen, er wolle "mit unseren Freunden und Partnern in der EU an einem für beide Seiten vorteilhaften Deal" arbeiten.