Brexit Britischer Schatzkanzler plädiert für Übergangsphase

Wie genau soll der Brexit aussehen? Der britische Schatzkanzler Philip Hammond macht sich erneut für eine Übergangsphase stark. Davon würde wohl vor allem die britische Wirtschaft profitieren.

Philip Hammond in London
REUTERS

Philip Hammond in London


Der britische Schatzkanzler Philip Hammond hat sich erneut gegen einen "harten Brexit" und für eine Übergangsphase ausgesprochen. In der Zeit solle ein neuer Handelsvertrag zwischen Großbritannien und der Europäischen Union (EU) geschlossen werden, sagte er der BBC.

Solch eine Übergangsphase sei im Interesse Großbritanniens und auch der EU, sagte Hammond weiter. Die Dauer solle davon abhängen, wann die "notwendigen Übereinkommen" implementiert werden könnten. Die Übergangsphase müsse allerdings spätestens im Juni 2022 enden. Dann stehen in Großbritannien die nächsten Parlamentswahlen an.

Zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass Hammond sich Unternehmern gegenüber für eine zweijährige Übergangsperiode nach dem Brexit im März 2019 ausgesprochen habe. In dieser Zeit würden dem Bericht zufolge die britischen Unternehmen vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt und der Zollunion behalten.

Laut "Financial Times" sagte Hammond weiter, dass auch die EU keinen "harten Brexit" anstrebe. Im Interview mit der BBC wollte der Schatzkanzler den Bericht weder dementieren noch bestätigen.

Position der britischen Regierung bleibt unklar

Hammond gilt als Fürsprecher eines "weichen Brexits". Der konservative Politiker hält eine Übergangsphase für notwendig, um Produktionsketten und Lieferbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU nicht zu zerschlagen. Zuletzt hatten mehrere Mitglieder der britischen Regierung bekundet, sich eine solche Übergangsphase vorstellen zu können.

Die Premierministerin Theresa May hingegen hatte stets betont, zur Not auch einen "harten Brexit" durchzuziehen: den Abschied aus der EU ohne gütliche Verhandlungslösung mit der EU.

Brexit-Verhandlungsführer David Davis vertrat in der Vergangenheit den Standpunkt, Großbritannien müsse nach Ablauf der zweijährigen Brexit-Verhandlungsfrist im März 2019 die EU vollständig verlassen. "Ganz klar: Die EU zu verlassen bedeutet, auch die Zollunion zu verlassen", hatte Davis im Juni gesagt.

Zuletzt hatte zudem Einwanderungsminister Brandon Lewis gesagt, dass der freie Personenverkehr und die Aufenthaltsfreiheit für EU-Bürger in Großbritannien 2019 mit dem Austritt aus der Union enden würden.

slü/Reuters

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