"Machen Sie sich bereit für den Brexit" Britische Regierung appelliert an deutsche Firmen

Die Regierung Johnson ruft deutsche Firmen in Anzeigen zu Brexit-Vorbereitungen auf. Auf einer weiterführenden Website gibt es viele Empfehlungen - aber keine konkreten Anweisungen.

Hafen von Dover, in Zukunft mögliches Handels-Nadelöhr: "Werden Sie jetzt aktiv!"
Simon Dawson / REUTERS

Hafen von Dover, in Zukunft mögliches Handels-Nadelöhr: "Werden Sie jetzt aktiv!"


Mit Blick auf den Brexit hat sich die britische Regierung mit einer Zeitungsanzeige an deutsche Unternehmen gewandt. "Sie wollen nach dem Brexit weiterhin Waren mit dem Vereinigten Königreich handeln? Dann werden Sie jetzt aktiv!", heißt es in der ganzseitigen Anzeige in deutscher Sprache, die am Freitag etwa in der "Süddeutschen Zeitung" und im "Handelsblatt" erschien.

Darunter steht die Adresse einer Internetseite, die Informationen für Unternehmen in der EU mit Sitz außerhalb Großbritanniens bereithält. Hier heißt es: "Machen Sie sich bereit für den Brexit". Offenbar ist sich die britische Regierung dabei sicher, dass es bis zum 31. Oktober zu einem Austritt aus der EU kommt: Die Annonce ist mit "Brexit 31 October" überschrieben.

Das Datum ist derzeit jedoch noch nicht endgültig. Bis zu einem Austritt muss das am Donnerstag zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelte Abkommen noch vom britischen Parlament bestätigt werden. Ein Brexit ohne Deal ist damit auch nach der Einigung vom Donnerstag noch nicht vom Tisch. Ein Hinweis darauf findet sich jedoch weder in der Anzeige noch auf der Website. (Lesen Sie hiereine Analyse.)

Die Industrie hat längst eigene Empfehlungen entwickelt

Konkrete Handlungsanweisungen für betroffene Unternehmer gibt es auf der Website nicht. Dort heißt es lediglich: "Überprüfen Sie, was Sie anders machen müssen, um Güter und Dienstleistungen bei einem No-Deal-Brexit in- oder aus dem Vereinigten Königreich zu bringen."

Zudem empfiehlt die britische Regierung, "sich mit den Zollformalitäten Ihres Landes vertraut [zu] machen". Für manche Unternehmen sei es demnach für die Zollabwicklung auch nötig, "einen britischen Repräsentanten" zu haben.

An wen sich die Empfehlung konkret richtet, bleibt ebenfalls vage. Ein Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sagte dem SPIEGEL, man habe schon vor langer Zeit darauf hingewiesen, dass bei einem Brexit entsprechende Vorbereitungen nötig seien. Auch einen umfangreicher Leitfaden mit Orientierungspunkten gebe es bereits.

fek/dpa



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