Warnung von Industrievertretern Scheitern der Brexit-Verhandlungen wäre schlimmer als befürchtet

Industrievertreter aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich warnen im SPIEGEL vor den gravierenden Folgen eines ungeordneten Brexit. Zigtausende Betriebe würden "auf dramatische Weise über die Klippe springen".
Anti-Brexit-Plakat

Anti-Brexit-Plakat

Foto: Alastair Grant/ AP

Kurz vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg haben Vertreter der europäischen und der britischen Industrie eindringlich vor einem Scheitern der Brexit-Verhandlungen gewarnt.

"Bei einem 'No Deal' würden Zigtausende kleinere und mittlere Betriebe über Nacht auf dramatische Weise über die Klippe springen", sagte Carolyn Fairbairn, Generaldirektorin des Verbandes der britischen Industrie, dem SPIEGEL. "Niemand sollte den Ernst der Lage unterschätzen." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+ .)

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Joachim Lang, warnt vor unabsehbaren Folgen vor allem für das Vereinigte Königreich, sollten die Scheidungsverhandlungen platzen: "Aus unserer Sicht drohen die Folgen noch sehr viel gravierender zu werden als das, worauf die britische Regierung ihre Bevölkerung gerade vorbereitet", so Lang. "Wir würden darüber hinwegkommen, weil wir die anderen Europäer in der EU haben. Die Briten hätten niemanden mehr."

Airbus-Vorstandsmitglied Tom Williams warnt, die Gefahr eines harten Bruchs zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu unterschätzen. Niemand wünsche sich das, "aber das Einzige, auf das wir uns heute vorbereiten können, ist leider dieses Worst-Case-Szenario: Betroffen wären in diesem Fall aber nicht nur Standorte in Großbritannien, sondern etwa auch Hamburg und Toulouse. Der Brexit ist nicht nur ein britisches Problem, sondern ein europäisches", so Williams.

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