Verarmte Fischer in England Der Stolz der Abgehängten

Tiefer Frust und eine Sehnsucht nach dem Leben von früher: In der englischen Hafenstadt Grimsby wird deutlich, warum so viele Menschen für den Brexit stimmten.

Faraz Pourreza-Jorshari

Von


Das Brexit-Referendum hat schmerzlich offengelegt, wie tief gespalten die britische Gesellschaft ist - politisch, kulturell und nicht zuletzt sozial. Viele stimmten mit Inbrunst gegen die EU, meinten damit aber auch die britischen Eliten: die Politik in London, Tory-Regierung und Labour-Opposition gleichermaßen. Die globalisiert arbeitenden Manager mit dicken Boni, aber vermeintlich ohne Skrupel beim Personalabbau. Die urbane Schicht der liberalen Akademiker in London oder Manchester, die Weltoffenheit und Toleranz als hehre Werte verteidigen - und, so der Vorwurf, gleichzeitig mit Verachtung auf die Abgehängten und weniger Gebildeten herabblicken.

Und diese Abgehängten sind im Vereinigten Königreich noch weitaus stärker und umfassender abgehängt als etwa in Deutschland. Der Niedergang der Arbeiterklasse begann zwar schon vor der Regierungszeit Margaret Thatchers, aber ihr radikaler Kurs des Sozialabbaus beschleunigte ihn enorm und bedeutete für viele den Fall in bittere Armut. Dazu kamen noch die demonstrative Mitleidlosigkeit und Geringschätzung gegenüber den sozial Schwachen, die die Thatcher-Ära prägten.

Eine Haltung, die sich seit den Achtzigerjahren verfestigt hat, stellt der Londoner Fotograf Faraz Pourreza-Jorshari fest. Geradezu hasserfüllt würden die britischen Medien über diejenigen berichten, die unter den Folgen der Arbeitslosigkeit am meisten zu leiden haben. Pourreza-Jorshari, Anfang 30, fühlt sich von dieser Haltung abgestoßen - und wollte es grundlegend anders machen.

Acht Monate lang begleitete der Fotograf Menschen, die ganz unten angekommen sind - in einer Gegend, die laut dem "Shortlist Magazine" die übelste Großbritanniens ist: Grimsby. Eine Hafenstadt im Nordosten Englands, noch vor wenigen Jahrzehnten das Zentrum der britischen Hochseefischerei mit dem größten Hafen der Welt.

Ende der Sechzigerjahre waren Grimsby und seine Fischer wohlhabend und stolz. Heute ist fast jeder Fünfte dort auf Sozialhilfe angewiesen - in einem Land, in dem diese Hilfe nur restriktiv existiert.

Der Niedergang der Hochseefischerei begann in den Siebzigerjahren und verlief rasant. Die Gründe dafür hatten nichts mit der EU zu tun, vielmehr war es die britische Regierung, die die Fanggründe der Fischer nicht gegen Boote aus anderen Ländern verteidigen konnte. Dass sie den Fischern im Jahr 2012 pro Kopf läppische 1000 Pfund als Ausgleich für deren verlorene Existenz anbot, verstärkte das Gefühl, verraten worden zu sein. Ein Gefühl, das so oder ähnlich bei vielen Briten existiert und sie beim Brexit-Referendum gegen "die da oben" stimmen ließ.

Inmitten des Armenviertels East Marsh befindet sich der Sozialwohnblock "Square" - zwei Zeilen kleiner Reihenhäuschen, dazwischen ein schmaler Streifen Rasen. In den Häuschen wohnen insgesamt 20 frühere Fischer, die besonders tief gefallen sind. Pourreza-Jorshari sagt, ihm sei es wichtig gewesen, den Menschen mit Fairness und Mitgefühl zu begegnen.

Diese Haltung ist in den Aufnahmen spürbar, auch wenn sie das Elend und die Hoffnungslosigkeit der verarmten Fischer schonungslos zeigen - und ihre Selbstzerstörung durch Bier und Whiskey. Drei Bewohner starben allein in sechs Monaten an den Folgen ihrer Alkoholsucht.

Doch die Bilder zeigen nicht nur das, transportieren nicht nur die Verbitterung der Fischer und ihre Verachtung gegenüber Eliten und Politik. In ihnen ist nicht nur greifbar, wie sehr die Menschen ihrem früheren Glück nachtrauern, als die Hochseefischerei ihr Auskommen sicherte und ihrem Leben Struktur gab. Diese Sehnsucht findet sich im Titel der Fotoreportage: "To Sea Again".

Die Aufnahmen zeigen auch das, was der Fotograf hinter der Szenerie aus tätowierten Körpern, von Alkohol und Tabak gezeichneten Gesichtern und schadhaften Zähnen entdeckte: die tiefe Solidarität und Verbundenheit der Bewohner.

In der Gemeinschaft des "Square" gelingt es ihnen zumindest zum Teil, jene Werte wiederzubeleben, die die Arbeiterklasse früher auszeichneten, sagt Pourreza-Jorshari. "Sie leben ein Leben voller Liebe, Freundschaft, Loyalität und Stolz."

Der "Square": Im Herzen des verarmtem Viertels East Marsh in der nordenglischen Hafenstadt Grimsby wohnen bis zu 20 frühere Fischer in einem Sozialwohnblock; ihre Miete wird von zwei Hilfsorganisationen für verarmte Fischer bezuschusst. Der junge Londoner Fotograf Faraz Pourreza-Jorshari besuchte die Bewohner über einen Zeitraum von acht Monaten. Er beobachtete nicht nur ihr Elend, sondern auch die Sehnsucht nach dem, was sie einmal waren: Stolze Fischer in Grimsby, früher das globale Zentrum der Hochseefischerei. Ihr Niedergang war steil, ebenso der von Grimsby.

Der "Square": Im Herzen des verarmtem Viertels East Marsh in der nordenglischen Hafenstadt Grimsby wohnen bis zu 20 ehemalige Fischer in einem Sozialwohnblock; ihre Miete wird von zwei Hilfsorganisationen für verarmte Fischer bezuschusst. Fotograf Faraz Pourreza-Jorshari beobachtete ihr Elend und ihre Sehnsucht nach dem, was sie einmal waren: Stolze Seeleute in Grimsby, früher das globale Zentrum der Hochseefischerei. Ihr Niedergang war steil, ebenso der von Grimsby.

"Diese Ex-Fischer verbringen ihre letzten Jahre damit, in ihren Vorgärten zu trinken", sagt Fotograf Pourreza-Jorshari. Früher, auf den Hochseefisch-Trawlern, während der langen Zeit auf dem Meer, gehörte die Flasche Rum und der Kasten Bier ebenfalls zum Alltag. Nun aber, so der Fotograf, ist es vorbei mit der Fischerei, nur der Alkohol ist geblieben.

"Diese Ex-Fischer verbringen ihre letzten Jahre damit, in ihren Vorgärten zu trinken", sagt Fotograf Pourreza-Jorshari. Früher, auf den Hochseefisch-Trawlern, während der langen Zeit auf dem Meer, gehörte die Flasche Rum und der Kasten Bier ebenfalls zum Alltag. Nun aber, so der Fotograf, ist es vorbei mit der Fischerei, nur der Alkohol ist geblieben.

In der Gemeinschaft des "Square" nimmt John Green - genannt Chukka - eine herausgehobene Stellung ein. 1974 fing er als Fischer an, nun lebt er bereits seit sechs Jahren in der Sozialsiedlung. Bei den anderen Bewohnern ist sein Ruf als harter Kerl unter den Fischern lebendig geblieben - einer, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt. "Chukka ist enorm stolz auf die Geschichte seiner Stadt, auf das Erbe der Fischerei", sagt Pourreza-Jorshari. Und Chukka sieht in diesem Stolz das entscheidende Bindeglied zwischen den Bewohnern des "Square"; er gebe der Gemeinschaft Stärke.

In der Gemeinschaft des "Square" nimmt John Green - genannt Chukka - eine herausgehobene Stellung ein. 1974 fing er als Fischer an, er lebt bereits seit sechs Jahren in der Sozialsiedlung.

Bei den anderen Bewohnern ist sein Ruf als harter Kerl unter den Fischern lebendig geblieben - einer, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt. "Chukka ist enorm stolz auf die Geschichte seiner Stadt, auf das Erbe der Fischerei", sagt Pourreza-Jorshari. Und Chukka sieht in diesem Stolz das entscheidende Bindeglied zwischen den Bewohnern des "Square"; er gebe der Gemeinschaft Stärke.

Chukka ist harter Trinker, wie die meisten Bewohner des "Square". Bereits in der Zeit auf See gehörte Alkohol zum Alltag, nachdem sie arbeitslos wurden, wurde er zur einzigen Flucht, sagt Fotograf Faraz Pourreza-Jorshari. Chukka wacht in der Regel um fünf Uhr morgens auf und startet mit Bier aus der Dose und Whiskey in den Tag. Gemeinsam mit Carla, die hier neben ihm auf dem Sofa sitzt, und "dem Rest der Gang", trinkt er durchgehend bis Mitternacht, erzählt der Fotograf. "Chukka ist komplett abhängig. Die Ärzte haben ihm noch zwei Jahre gegeben, seine Leber ist irreversibel geschädigt. Aber er hat sich dazu entschieden, sich weiter selbst zu zerstören." Drei der Bewohner des "Square" starben binnen sechs Monaten an den Folgen ihrer Alkoholsucht.

Chukka ist harter Trinker, wie die meisten Bewohner des "Square". Chukka wacht in der Regel um fünf Uhr morgens auf und startet mit Bier aus der Dose und Whiskey in den Tag. Gemeinsam mit Carla, die hier neben ihm auf dem Sofa sitzt, und "dem Rest der Gang", trinkt er durchgehend bis Mitternacht, erzählt der Fotograf. "Chukka ist komplett abhängig. Die Ärzte haben ihm noch zwei Jahre gegeben, seine Leber ist irreversibel geschädigt. Aber er hat sich dazu entschieden, sich weiter selbst zu zerstören."

 Chukka umarmt seinen engen Freund Steven. Beide waren bereits auf See als Fischer Kollegen. Ihre Freundschaft wurde in den vielen gemeinsamen Jahren im "Square" noch enger. Viele Bewohner haben einander bei den vielen Problemen des Alltags - kein Geld, kein Essen - unterstützt, erzählt Pourreza-Jorshari. Alle Bewohner des "Square" sind geschieden. Die Arbeitslosigkeit habe ihnen alle Möglichkeiten genommen und auch ihr Selbstachtung, ihr Leben sei unerträglich leer gewesen, das Trinken die einzige Flucht. Ihre Ehen haben das nicht überstanden, sagt der Fotograf.

Chukka umarmt seinen engen Freund Steven. Beide waren bereits auf See Kollegen. Ihre Freundschaft wurde in den Jahren im "Square" noch enger. Viele Bewohner haben einander bei den Problemen des Alltags - kein Geld, kein Essen - unterstützt, erzählt Pourreza-Jorshari.

Alle Bewohner des "Square" sind geschieden. Die Arbeitslosigkeit habe ihnen alle Möglichkeiten genommen und auch ihre Selbstachtung, ihr Leben sei unerträglich leer gewesen, das Trinken die einzige Flucht. Ihre Ehen hätten das nicht überstanden, sagt der Fotograf.

 Bob hat ein Bein auf hoher See bei einem Unfall verloren, das war bereits 1963. Dennoch heuerte er zwei Jahre später wieder an und blieb 30 weitere Jahre lang Hochseefischer. Unter den Fischern in der Region genieße Bob den höchsten Respekt, sagt Fotograf Pourreza-Jorshari. Für Bob ist der "Square" allerdings nicht der Hort der Geborgenheit, der er für viele andere Bewohner ist. Ihm fehlt es an Privatsphäre, seine Enkel kommen nie zu Besuch, zu sehr ängstigt sie der "Square". Bob möchte die Sozialsiedlung verlassen, nicht zuletzt nach den drei Toten durch den Alkohol. Den "Square" und seine Trinkerkultur verändere die Leute zum Schlechten. Und seine einstmals gute Beziehung zu Chukka habe sich zunehmend verschlechtert, seit Chukka alkoholabhängig sei.

Bob hat ein Bein auf hoher See bei einem Unfall verloren, das war bereits 1963. Dennoch heuerte er zwei Jahre später wieder an und blieb 30 weitere Jahre lang Hochseefischer. Unter den Fischern in der Region genieße Bob den höchsten Respekt, sagt Fotograf Pourreza-Jorshari.

Für Bob ist der "Square" allerdings nicht der Hort der Geborgenheit, der er für viele andere Bewohner ist. Ihm fehlt es an Privatsphäre, seine Enkel kommen nie zu Besuch, zu sehr ängstigt sie der "Square". Bob möchte die Sozialsiedlung verlassen, nicht zuletzt nach den drei Toten durch den Alkohol. Den "Square" und seine Trinkerkultur verändere die Leute zum Schlechten. Und seine einstmals gute Beziehung zu Chukka habe sich zunehmend verschlechtert, seit Chukka alkoholabhängig sei.

Ein typischer Sommer-Nachmittag im "Square": Die Ex-Fischer trinken ohne Pause - morgens Dosenbier, tagsüber dann der Wechsel zum Whiskey -, rauchen und hören AC/DC in voller Lautstärke. Viele von ihnen haben ernsthafte gesundheitliche Probleme.

Ein typischer Sommernachmittag im "Square": Die Ex-Fischer trinken ohne Pause - morgens Dosenbier, tagsüber dann der Wechsel zum Whiskey -, rauchen und hören AC/DC in voller Lautstärke. Viele von ihnen haben ernsthafte gesundheitliche Probleme.

Carla gehört seit mehr als 30 Jahren zu den engsten Freunden von Chukka und Bob. Sie teilen die Erfahrung gescheiterter Ehen, führen aus Überzeugung eine offene Beziehung. Carla ist selbst Tochter eines Fischers, der sein Leben auf hoher See verlor, als sie noch ein junges Kind war.

Carla gehört seit mehr als 30 Jahren zu den engsten Freunden von Chukka und Bob. Sie teilen die Erfahrung gescheiterter Ehen, führen aus Überzeugung eine offene Beziehung. Carla ist selbst Tochter eines Fischers, der sein Leben auf hoher See verlor, als sie noch ein junges Kind war.

Pete ist erst kürzlich im "Square" eingezogen - nach der Trennung von seiner Frau, die er auch auf den Verlust des Fischer-Jobs zurückführt. "Als wir noch zur See fuhren, war ich glücklicher mit ihr", erzählt Pete. "Auf Landurlaub haben wir beide es krachen lassen. Aber als wir dann jeden Tag gemeinsam verbrachten, haben wir es nicht mehr miteinander ausgehalten. Überhaupt nicht mehr." Das zerrüttete Familienleben habe seinen Sohn drogenabhängig werden lassen, er habe das Hab und Gut der Familie verkauft, um sich den Stoff leisten zu können. Am Ende habe Pete seine Frau vor die Wahl gestellt, entweder er verlasse das Haus oder der Sohn. Die Frau habe sich für ihr Kind entschieden. "Gut, habe ich gesagt, dann gehe ich, ich werde dir alles überlassen. Und das habe ich auch getan."

Pete ist erst kürzlich im "Square" eingezogen - nach der Trennung von seiner Frau, die er auch auf den Verlust des Fischerjobs zurückführt. "Als wir noch zur See fuhren, war ich glücklicher mit ihr", erzählt Pete. "Auf Landurlaub haben wir beide es krachen lassen. Aber als wir dann jeden Tag gemeinsam verbrachten, haben wir es nicht mehr miteinander ausgehalten. Überhaupt nicht mehr."

Das zerrüttete Familienleben habe seinen Sohn drogenabhängig werden lassen, er habe das Hab und Gut der Familie verkauft, um sich den Stoff leisten zu können. Am Ende habe Pete seine Frau vor die Wahl gestellt, entweder er verlasse das Haus oder der Sohn. Die Frau habe sich für ihr Kind entschieden. "Gut, habe ich gesagt, dann gehe ich, ich werde dir alles überlassen. Und das habe ich auch getan."

Derrick wird von den anderen Bewohnern Noddy genannt. Er ist mit 67 Jahren der Älteste am "Square". Fischer wurde er 1964, zu den besten Zeiten. Und er hat den drastischen Niedergang der Fischerei in Grimsby miterlebt. Sein Auge verlor er durch einen Tumor, den er nicht behandeln ließ, bis er das Augenlicht verlor. Eines Tages boten ihm die anderen Bewohner im Scherz an, für ein Glasauge zusammenzulegen, erzählt Fotograf Pourreza-Jorshari. Derrick habe abgelehnt, er wolle ja schließlich keine zwei verschiedenfarbige Augen haben. Derartige Frotzeleien helfen den Bewohnern, ihre tiefe Verzweiflung zu überspielen, sagt Pourreza-Jorshari.

Derrick wird von den anderen Bewohnern Noddy genannt. Er ist mit 67 Jahren der Älteste am "Square". Fischer wurde er 1964, zu den besten Zeiten. Und er hat den drastischen Niedergang der Fischerei in Grimsby miterlebt. Sein Auge verlor er durch einen Tumor, den er nicht behandeln ließ.

Eines Tages boten ihm die anderen Bewohner im Scherz an, für ein Glasauge zusammenzulegen, erzählt Fotograf Pourreza-Jorshari. Derrick habe abgelehnt, er wolle ja schließlich keine zwei verschiedenfarbige Augen haben. Derartige Frotzeleien helfen den Bewohnern, ihre tiefe Verzweiflung zu überspielen, sagt Pourreza-Jorshari.

fdi



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rst2010 30.01.2017
1. dem prekariat
gings 'früher' auch nicht besser; im gegenteil. das sollte wohl heißen: sehnsucht nach der nachkriegsära. aber korrekt: politiker machen sich - mit einschränkungen - nie gedanken, wie sich änderungen auf ihre mitbürger, ihren souverän, auf die schichten der gesellschaft auswirken.
53er 30.01.2017
2. Schon bemerkt,
auch wenn der Schreiber abwiegelt, es ist eine Blaupause für Deutschland, nur dass bei uns nicht Maggie für den Sozialabbau verantwortlich ist sondern Schröder und seine "Regierungsmannschaft".
sojetztja 30.01.2017
3.
Umso verwunderter war ich, dass ich in den Pubs eine zum Teil fast irreale Glorifizierung der Ära Thatcher erlebt habe. Da will dir einer, der ganz offensichtlich zu den Verlierern des Thatcherismus gehört, erzählen, unter der Eisernen Lady sei es besser gewesen. So nach dem Motto "Damals galt England (von GB war in dem Zusammenhang nie die Rede, immer nur von England) noch etwas in der Welt, die Thatcher hatte noch Mumm, immeerhin hat sie die Argentinier in den Allerwertesten getreten und so weiter". Verrückte Welt, oder?
Backs 30.01.2017
4. Was? Der Spiegel analysiert? Und veruteilt nicht sofort dogmatisch.
Auf einmal Analyse? Die EU hat die höchste Arbeitslosigkeit in GB gebracht, ständig sinkende Löhne und immer grössere Stellenkonkurrenz. Spricht: Armut. Das Krankheitssystem (NHS) ist nun auch zusammengebrochen und so marode wie die Strassen und wie die privaten Bahnen. England ist auf Entwicklungslandniveau herabgesunken. Und gleichzeitig gibt es am Finanzplatz London einen protzenden Reichtum. Irgendwann zerreißt das jedes Land. Auch mit Deutschland wird diese geschehen. Dort wahrscheinlich in der Form eines Bürgerkrieges.
peter-k 30.01.2017
5.
Zitat von sojetztjaUmso verwunderter war ich, dass ich in den Pubs eine zum Teil fast irreale Glorifizierung der Ära Thatcher erlebt habe. Da will dir einer, der ganz offensichtlich zu den Verlierern des Thatcherismus gehört, erzählen, unter der Eisernen Lady sei es besser gewesen. So nach dem Motto "Damals galt England (von GB war in dem Zusammenhang nie die Rede, immer nur von England) noch etwas in der Welt, die Thatcher hatte noch Mumm, immeerhin hat sie die Argentinier in den Allerwertesten getreten und so weiter". Verrückte Welt, oder?
Das finde ich gar nicht mal so verrückt. Das Schlimme ist, dass die verheerenden Auswirkungen einer Thatcher Regierung erst nach 10 Jahre und später starten. So ist es auch mit der Reagan Regierung oder der Kohl Regierung. Nur hat es das Königreich mit der eisernen Lady am härtesten getroffen. Weite Teile der Bevölkerung sind quasi vom normalen Leben abgetrennt, verarmt, ungebildet, drogenabhängig, ja man muss es sagen: verkommen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.