Brexit-Studie Paris wird London als wichtigsten EU-Finanzplatz beerben

Nach einem Brexit könnte Frankreich die Führungsrolle in der EU-Finanzbranche übernehmen, wie eine Studie ergab. Aber auch Deutschland könnte vom möglichen Austritts Großbritanniens profitieren.

Französische Flagge vor dem Eiffelturm
Peter Kneffel/dpa

Französische Flagge vor dem Eiffelturm


Wenn Großbritannien aus der Europäischen Union austritt, könnte Frankreich die führende Position in der EU-Finanzbranche übernehmen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Forschungsinstituts New Financial. Der Austritt werde dazu führen, dass die EU ihren größten Finanzplatz verliere. Und das obwohl mehr als 300 in Großbritannien tätige Vermögensverwalter, Handelsplattformen, Banken und Versicherer bereits Zentralen in anderen EU-Ländern eröffnet haben, um mit jeder möglichen Form eines Brexits fertigzuwerden.

In 24 der 30 Sektoren, die New Financial untersuchte, sei Großbritannien derzeit führend. Dadurch hat das Land eine dominante Stellung im europäischen Finanzmarkt - zumindest noch. Bald werde es "viel von diesem Einfluss verlieren", schreiben die Autoren der Studie. Im Gegenzug werde aber auch die EU "viel von den Erfahrungen des Vereinigten Königreichs verlieren."

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Insgesamt prognostizieren die Experten, dass die Kapitalmärkte der Europäischen Union kleiner und weniger entwickelt werden. Der Austritt Großbritanniens bedeute, dass der Anteil der EU am globalen Kapitalmarkt von 21 auf 14 Prozent sinken werde, auf ein Drittel der Größe der Vereinigten Staaten oder gleichwertig mit China. Dies wiederum werde dazu führen, dass die EU-Wirtschaft stärker von der Kreditvergabe durch Banken abhängig werde.

Auch die Rolle Deutschlands wird von den Experten berücksichtigt: Gemeinsam mit Frankreich habe das Land in 21 von 24 Bereichen - etwa Derivatehandel, Bankwesen, Risikokapital und Devisenhandel - ein Duopol. In den meisten dieser Sektoren sei Frankreich jedoch führend.

rai/Reuters

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