Brisante Studie Zehntausende Amerikaner sterben wegen fehlender Krankenversicherung

Die Zahl ist erschreckend: In den USA sterben jedes Jahr rund 45.000 Menschen an den Folgen einer fehlenden Krankenversicherung. Das geht aus einer Studie der Harvard-Universität hervor. Die Untersuchung könnte Präsident Obama bei der Durchsetzung seiner umstrittenen Gesundheitsreform helfen.

Gegner der US-Gesundheitsreform: Der Druck auf Präsident Obama ist hoch
dpa

Gegner der US-Gesundheitsreform: Der Druck auf Präsident Obama ist hoch


Washington - US-Präsident Barack Obama muss derzeit mächtig um die geplante Gesundheitsreform kämpfen - seine erbitterten Gegner kritisieren unter anderem, dass jeder Amerikaner im "Land of the free" eine Krankenversicherung bekommen soll. Doch jetzt könnte eine Studie der Harvard-Universität Obama helfen. Danach sterben jährlich rund 45.000 Menschen in den USA an den Folgen einer fehlenden Krankenversicherung.

Besonders schlimm: Diese Zahl ist 2,5 mal höher als eine Schätzung des Washingtoner Instituts für Medizin im Jahre 2002. Die Forscher hatten damals die jährlichen Todesfälle von Patienten, die aufgrund einer fehlenden Krankenversicherung nicht oder nur unzureichend behandelt wurden, mit rund 18.000 beziffert.

Die neue Studie basiert auf Daten von amerikanischen Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter. Die Untersuchten hatten von 1986 bis 1994 an einem Programm teilgenommen, in dem sie ausführliche Fragen zu ihrem sozialen Status und ihrer gesundheitlichen Verfassung beantworteten. Im Jahr 2000 wurde überprüft, welcher der Teilnehmer gestorben war. Die Forscher analysierten daraufhin den Einfluss der fehlenden Krakenversicherung auf die medizinische Behandlung und damit auf den Tod der Probanden.

Republikaner lehnen Obama-Reform ab

Die Autoren führen den rasanten Anstieg der jährlichen Todesfälle im Vergleich zu früheren Studien auf die höhere Zahl an Unversicherten und die schlechtere gesundheitliche Versorgung von Benachteiligten zurück.

Erst in der vergangenen Woche hatte Präsident Obama den US- Kongress aufgefordert, 47 Millionen Amerikanern endlich eine Krankenversicherung zu geben. Zudem soll die Kostenexplosion im Gesundheitswesen eingedämmt werden. Die Republikaner lehnen diese Reform ab, weil sie aus ihrer Sicht enorme Kosten für den Staat - und damit den Steuerzahler - verursachen würde.

Steffie Woolhandler, Mitautorin der Harvarad-Studie, sagte: "Jedes andere, hochentwickelte Land bietet eine umfassende, nicht gewinnorientierte Gesundheitsversorgung. Weil die USA das nicht tun, müssen alle Amerikaner mehr für ihre Gesundheit zahlen - 45.000 mit ihrem Leben."

böl/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.