Konjunktur in Deutschland Wirtschaft schrammte 2018 an Rezession vorbei

Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltwirtschaft belasten die exportorientierte deutsche Konjunktur. Trotzdem hat sich die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2018 wieder leicht stabilisieren können.
Hamburger Hafen

Hamburger Hafen

Foto: Daniel Reinhardt/DPA

Die deutsche Wirtschaft ist knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte im vierten Quartal 2018, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent geschrumpft und damit zum ersten Mal seit Anfang 2015. Von einer Rezession wird bei zwei Minus-Quartalen in Folge gesprochen. Diese gab es zuletzt zum Jahreswechsel 2012/13.

Die schwächere globale Konjunktur und der Handelskonflikt mit den USA belastete die Exporte. Auch die Probleme der Autoindustrie mit dem neuen Abgasmessstandard WLTP hielten an. Dagegen investierten die Unternehmen wieder mehr.

Nach Einschätzung der Bundesbank hat die Wirtschaft vor allem dank eines starken Konsums die Trendwende geschafft. "Die deutsche Wirtschaft dürfte im Jahresschlussquartal 2018 wieder gewachsen sein, wenn auch nur verhalten", schrieben die Volkswirte der Bundesbank im jüngsten Monatsbericht.

Impulse dürften vor allem vom privaten Verbrauch gekommen sein. Der Arbeitsmarkt präsentiere sich "weiter in hervorragender Verfassung", viele Beschäftigte haben unter dem Strich mehr Geld zu Verfügung. Der private Konsum macht gut die Hälfte des BIP aus. Auch auf dem Bau herrsche nach wie vor Hochkonjunktur - trotz zuletzt eher verhaltener Wachstumsdynamik in diesem Bereich, erläuterten die Bundesbank-Ökonomen.

Für das Gesamtjahr 2018 hatte das Statistische Bundesamt zunächst ein Plus von 1,5 Prozent errechnet - nach jeweils 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum in den Boomjahren 2016 und 2017. Vor allem internationale Handelskonflikte bremsten Europas größte Volkswirtschaft. Hinzu kamen Probleme der Autoindustrie bei der Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP sowie Niedrigwasser wegen der Sommerhitze, das den Transport etlicher Güter behinderte.

Wirtschaftsforschungsinstitute, internationale Organisationen und die Bundesregierung hatten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Als Gründe wurden vor allem die Abkühlung der Weltwirtschaft, handelspolitische Stürme sowie die Unwägbarkeiten des Brexits genannt. Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,0 Prozent. In ihrer Herbstprognose war sie noch von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

mik/dpa-AFX
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