Milliardenüberschuss Bund schreibt erstmals seit 1991 schwarze Zahlen

Deutschlands Beschäftigte machen den Staat reich. Der Bundeshaushalt ist dank sprudelnder Steuereinnahmen erstmals seit 23 Jahren im Plus.
Baustelle in Itzehoe: Starke Beschäftigung treibt Steuereinnahmen an

Baustelle in Itzehoe: Starke Beschäftigung treibt Steuereinnahmen an

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Berlin - Der deutsche Staat hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen erzielten einen Überschuss von 16,1 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Dies entspricht 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Damit könnten Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen schreiben: Im vergangenen Jahr hatte es am Ende einen Überschuss von 0,3 Prozent gegeben, 2012 von 0,1 Prozent. Besonders erfreulich entwickelte sich die Lage im Bundeshaushalt. Dieser lag in den ersten sechs Monaten mit 4,0 Milliarden Euro im Plus - erstmals seit 1991. Die wichtigste Geldquelle für den Staat sind die Steuern, die mit fast 330 Milliarden Euro gut die Hälfte der gesamten Einnahmen ausmachen. Die Einnahmen aus der Lohnsteuer zogen dabei mit fünf Prozent überdurchschnittlich an. Das trifft auch auf die Sozialbeiträge an den Staat zu, die um 3,4 Prozent auf 233,7 Milliarden Euro kletterten.

Zu verdanken sei die Verbesserung "einer sehr günstigen Beschäftigungssituation", schrieben die Statistiker. Dadurch stiegen die Einnahmen aus der Lohnsteuer und den Beiträgen für die Sozialversicherung kräftig.

Wachstum im ersten Halbjahr bei 0,8 Prozent

Auch wenn es auf dem Arbeitsmarkt weiterhin gut läuft: Im zweiten Quartal haben die Krisen rund um den Globus die deutsche Wirtschaft gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von April bis Ende Juni 2014 im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit vorläufige Berechnungen. Allein der Konsum belebte die Wirtschaft im Frühjahr, während die Investitionen zurückgingen. Auch der Außenhandel bremste die Konjunktur.

Dank des starken Jahresauftakts ergibt sich für das erste Halbjahr insgesamt preis-, saison- und kalenderbereinigt ein BIP-Plus von 0,8 Prozent gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2013.

Erstmals wendete das Bundesamt neue europäische Regeln zur Berechnung des BIP an. Damit wird die Wirtschaftsleistung nun auch durch Drogenhandel oder Waffenkäufe erhöht. Die wichtigste Änderung betrifft Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Sie werden nicht mehr als Vorleistungen, sondern als Investitionen verbucht.

yes/Reuters/dpa
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