Führung Bundesagentur findet offenbar keinen weiblichen Vorstand

Seit Januar gilt in Deutschland eine gesetzliche Frauenquote. Nun tut sich ausgerechnet eine Bundesbehörde bei der Suche nach einer Top-Managerin schwer - und stellt einen männlichen Generalbevollmächtigten ein.

Bundesagentur für Arbeit
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Bundesagentur für Arbeit


Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach Angaben der "Nürnberger Nachrichten" offenbar die Suche nach einem weiblichen Vorstandsmitglied abgebrochen. Es sei nicht gelungen, eine geeignete Bewerberin zu finden, berichtet die Zeitung.

Die Bundesbehörde sucht seit vergangenem Jahr nach einem vierten Vorstandmitglied, das sich vor allem um die Weiterentwicklung der digitalen Bundesagentur mit ihrem verzweigten Datensystem und Online-Angeboten kümmern soll. Bislang hat sie den Posten nicht besetzt.

Stattdessen wird in der Behörde nun die Stelle eines Generalbevollmächtigten neu geschaffen - ebenfalls mit Schwerpunkt Digitales. Vorgesehen für diesen Posten sei ein Mann, heißt es in dem Bericht. Den Job bekomme Markus Schmitz, der Chef der BA-Regionaldirektion Bayern.

Die Bundesagentur teilte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren.

Seit Januar gilt in Deutschland eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte. Dass sich nun ausgerechnet eine Bundesbehörde bei der Suche nach einer weiblichen Managerin so schwertut, wird von der Opposition scharf kritisiert.

"Die Besetzung des vierten Vorstandspostens ist zur unwürdigen Posse geraten", sagt Arbeitsmarkt-Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer. "Weil man sich wieder auf einen Mann verständigt hat, soll der Neue nun Generalbevollmächtigter statt Vorstand heißen." Diese "Umetikettierung" ändere aber nichts am Problem, dass der Vorstand eine "frauenfreie Zone" bleibe.

ssu/dpa-AFX



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radioactiveman80 01.04.2016
1.
ZITAT: "Die Besetzung des vierten Vorstandspostens ist zur unwürdigen Posse geraten", sagt Arbeitsmarkt-Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer." --- So sieht das also aus, wenn grüne Frauen in der Realität landen. Frau Pothmer würde wohl am liebsten eine ungelernte Reinigungskraft dort hinsetzen, anstatt zu akzeptieren dass scheinbar einfach keine geeignete Frau zu finden war. Es lebe die Quote!
hotgorn 01.04.2016
2. Personalunion
Herr weise der sein können auch beim Bamf unter Beweis stellen konnte Schaft das allein einfach eine nerdbrille aufsetzten und neue PR Berater angagieren. Es gibt zwar fähige Frauen bei der BA eine wurde aber gemobbt und schrieb ein Buch über den Saustall der dort herrscht.
Irene56 01.04.2016
3. Aber es wird
sich doch wohl eine Powerfrau für einen bequemen Sessel im Aufsichtsrat der Behörde finden lassen, es handelt sich ja schließlich nicht um einen Job, wo man Leistungen zeigen muss. Also bitte weitersuchen, vielleicht wird man ja bei der Opposion fündig.
fredheine 01.04.2016
4. Frauenfreie Zonen
Das Problem ist doch, dass vor allem technische Studiengänge frauenfreie Zonen sind. Und zwar deshalb, weil die Frauen nicht wollen. Mein Sohn studiert Informatik: Frauenquote Null. Mit Hauptfach Kunstgeschichte und Nebenfach Komparatistik erwirbt man halt nur einen kleinen Teil der Kompetenz für die Leitung eines Technik-Marktführers.
Mathesar 01.04.2016
5. Tja...
Wir sind eben nicht in der Politik, wo auch die ungeeignetste Frau, nur weil sie zufälligerweise Möpse hat, verantwortliche Posten einnehmen kann. Es zählt alleine die Eignung, egal welches Geschlecht und eben nicht das Geschlecht.
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