Fachkräftemangel 5000 Arbeitslose sollen Erzieher werden

Von Hartz IV in die Kita: Trotz Kritik will die Bundesagentur für Arbeit 5000 Langzeitarbeitslose zu Erziehern umschulen. Insgesamt kommen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt sogar 800.000 Menschen dafür in Frage.
Kindertagesstätte in Münster: Anspruchsvolle Arbeit

Kindertagesstätte in Münster: Anspruchsvolle Arbeit

Foto: A3634 Friso Gentsch/ dpa

Düsseldorf/Berlin - Der Plan ist heftig umstritten, doch die Bundesagentur für Arbeit hält daran fest: Sie will Arbeitslose zu Erziehern ausbilden - und nennt nun erstmals konkrete Zahlen. "Unter den Langzeitarbeitslosen haben wir etwa 800.000 Menschen, die zumindest die schulischen Voraussetzungen dafür erfüllen", sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Heinrich Alt, der "Rheinischen Post". "Durch intensive Beratung können wir vielleicht rund 5000 Arbeitslose für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers gewinnen."

Die Arbeitsagentur wolle nur jene Hartz-IV-Empfänger für den Erzieher-Job ausbilden, die das ausdrücklich selbst wünschen, sagte Alt. "Für einen solchen Beruf sollte man sich nicht nach Aktenlage entscheiden." Es sei sinnvoll, wenn die Interessenten erst einmal ein Praktikum in einer Kindertagesstätte machten, um herauszufinden, ob das der richtige Beruf für sie sei.

In deutschen Kitas herrscht akuter Fachkräftemangel, auch in Altenheimen fehlt Pflegepersonal. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatten deshalb Anfang Juni erklärt, Arbeitslose zu Erziehern und Altenpflegern umschulen zu wollen. Unter anderem ging es dabei auch um die Zehntausenden Schlecker-Frauen, die durch die Insolvenz der Drogeriemarktkette ihre Jobs verloren haben.

Die Aktion hatte viel Kritik hervorgerufen. Den Erwerbslosen mangele es an der nötigen Qualifikation, um die anspruchsvolle Arbeit in den Kitas zu leisten, hieß es.

stk/dpa/dapd
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