Bericht der Bundesbank Deutsche horten so viel Geldvermögen wie noch nie

So reich waren die Deutschen noch nie: Trotz Krise haben die Bundesbürger ihr Geldvermögen vermehrt - wenn auch nicht mehr so rasant wie bislang. Insgesamt haben sie in Form von Bargeld, Wertpapieren und Bankeinlagen mehr als fünf Billionen Euro auf der hohen Kante.
Einkaufstüten: Die Deutschen haben mehr als 5 Billionen Euro Geldvermögen

Einkaufstüten: Die Deutschen haben mehr als 5 Billionen Euro Geldvermögen

Foto: MARC MUELLER/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Die Zinsen sind derzeit auf extrem niedrigen Niveau - dennoch mehren die Deutschen zumindest im Schnitt ihr Geld. Zum Ende des zweiten Quartals kletterte das Geldvermögen der privaten Haushalte im Vergleich zum Vorquartal um 23 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent auf den Rekordwert von 5,027 Billionen Euro, teilte die Bundesbank mit. Zum Geldvermögen zählen Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen oder Ansprüche gegenüber Versicherungen. Dagegen sind Immobilien oder Kunstwerke in der Statistik nicht enthalten.

Allerdings wächst das Geldvermögen in der Bundesrepublik nicht mehr so schnell wie noch im Zeitraum von Januar bis März, als es um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegte. Denn die Deutschen setzen vor allem auf sichere Bankeinlagen, die kaum Zinsen bringen. Im Gegensatz dazu trennten sie sich von April bis Juni im Saldo von Aktien, obwohl die Kurse seit fast zwei Jahren in die Höhe schießen.

Von zwei auf fünf Billionen in 20 Jahren

Gleichzeitig nutzten die Privathaushalte das historisch niedrige Zinsniveau zur Kreditaufnahme. Laut Bundesbank wurden im zweiten Quartal Kredite im Wert von sechs Milliarden Euro aufgenommen, vor allem Wohnungsbaukredite. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten der Haushalte um knapp 0,3 Prozent auf 1,57 Billionen Euro. Das Nettogeldvermögen erhöhte sich damit im Vergleich zum Vorquartal um 17 Milliarden Euro auf 3,457 Billionen Euro.

In der Regel wächst das Geldvermögen der Deutschen stetig. Vor 20 Jahren hatte es noch einen Wert von 2,019 Billionen Euro, im Frühjahr 2003 waren es 3,694 Billionen Euro. Nur selten schrumpfte das Geldvermögen, etwa im dritten Quartal 2011. Damals nagten die Turbulenzen an den Börsen am Wohlstand der Aktionäre.

fdi/dpa
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