Rückholaktion Bundesbank holt Goldbarren aus dem Ausland zurück

Die Bundesbank will ihren Goldschatz lieber in ihren eigenen Tresoren sehen als im Ausland. Die Rückholaktion soll 2020 abgeschlossen sein.

Goldbarren
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Goldbarren


Die Deutsche Bundesbank bringt derzeit tonnenweise Gold aus ausländischen Lagerstätten nach Frankfurt. Der Grund: Die Bundesbank will mehr als die Hälfte des deutschen Goldbestandes von derzeit 3381 Tonnen in heimischen Tresoren verwahren. Bisher lagerte die Bank den Großteil im Ausland.

"Wir liegen sehr gut im Zeitplan und sind uns sicher, dass wir unser Ziel vor 2020 erreichen werden", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Damit könnte die Bundesbank die Goldverlagerung schneller abschließen als geplant. Zu den Transportwegen macht die Notenbank aus Sicherheitsgründen keine Angaben

Es dürfte viele Deutsche beruhigen, dass sich die heimischen Tresore nun nach und nach füllen: Sie wissen den wertvollen Schatz lieber in der Heimat als in der Fremde. Denn die Öffentlichkeit bis hin zum Bundesrechnungshof ist misstrauisch, ob das deutsche Gold nach Jahrzehnten in Tresoren anderer Notenbanken sicher und noch vollständig vorhanden ist - und ob Deutschland im Krisenfall darauf zugreifen könnte.

Bevor die Notenbank 2013 mit der Verlagerung des Edelmetalles aus dem Ausland begann, lagen nur 31 Prozent der deutschen Goldreserven, rund 1036 Tonnen, in Frankfurt.

Seit 2015 ist Frankfurt mit rund 1403 Tonnen die größte Lagerstätte der Welt des deutschen Goldes - vor der US-Notenbank Federal Reserve in New York, der Bank of England in London und der Banque de France in Paris.

Deutschland hat mit mehr als 270.000 Barren den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Dass der Großteil des deutschen Goldes bisher im Ausland lagert, hat historische Gründe: Ab Mitte der Fünfzigerjahre baute die Bank deutscher Länder - die Vorgängerin der Bundesbank - Goldreserven auf. Denn die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten. Das Ergebnis: Heute hat die Bundesbank nach den USA den zweitgrößten Goldschatz der Welt.

hej/dpa-AFX

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