Bundesbank
Weber hätte Sarrazin-Interview verhindern können
Die Bundesbank war nach SPIEGEL-Informationen tiefer in die Entstehung des umstrittenen Interviews ihres Vorstandsmitglieds Sarrazin eingebunden, als bislang bekannt. Der Kommunikationschef hatte offenbar keine Einwände gegen die später kritisierten Textpassagen.
Thilo Sarrazin: Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Ausländer hat die Bundesbank dem ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin Kompetenzen entzogen.
Foto: Franka Bruns/ AP
Hamburg - So erfolgte schon die Interview-Anfrage der Kulturzeitschrift "Lettre International" an Thilo Sarrazin über die Pressestelle der Bundesbank. Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung rieten Sarrazin zu dem Gespräch, das dann in der Niederlassung der Bundesbank in Berlin geführt wurde.
Der Leiter der Kommunikationsabteilung hatte nach eingehender Lektüre keine grundsätzlichen Bedenken, machte aber Änderungsvorschläge, die Sarrazin auch übernahm.
Anschließend übermittelte die Bank die endgültige Fassung an "Lettre". Bundesbankchef Axel Weber kannte den Text bereits vor der Drucklegung; sein Pressechef protestierte offenbar - jedoch erst, als das Erscheinen des
Interviews nicht mehr aufzuhalten war.
Die Distanzierung der Bundesbank von den "diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin" erfolgte zudem alleine durch Weber - ohne Rücksprache mit den übrigen Vorständen.
SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt
SPIEGEL+ kann nur auf einem Gerät zur selben Zeit genutzt werden.
Klicken Sie auf den Button, spielen wir den Hinweis auf dem anderen Gerät aus und Sie können SPIEGEL+ weiter nutzen.
Thilo Sarrazin: Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Ausländer hat die Bundesbank dem ehemaligen Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin Kompetenzen entzogen.