Bayern vorn Bundesländer machen 20 Milliarden Euro Plus in nur neun Monaten

Steigende Steuereinnahmen und niedrige Zinskosten haben den Bundesländern in den ersten neun Monaten satte Überschüsse beschert - selbst chronisch klamme, wie Bremen und NRW.


Die Einnahmen der Bundesländer sind laut einem Bericht des "Handelsblatts" von Januar bis Ende September um 4,7 Prozent gestiegen. Da zeitgleich die Ausgaben aber lediglich um 2,3 Prozent anstiegen, stehe unter dem Strich ein kräftiger Überschuss von etwa 19,6 Milliarden Euro - knapp sieben Milliarden Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das schreibt die Zeitung unter Verweis auf einen entsprechenden Bericht des Bundesfinanzministeriums.

"Die Entwicklung der Länderhaushalte stellt sich auch Ende September weiterhin deutlich günstiger dar als im Vorjahreszeitraum", heißt es in dem Dokument. Offenbar machen sich vor allem die sinkenden Ausgaben für Zinsaufwendungen bemerkbar: Sie liegen demnach um 8,6 Prozent unter Vorjahreswert. Sollten die Zinsen allerdings wieder steigen - etwa im Zuge einer restriktiveren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank - könnten die Überschüsse schnell wieder Geschichte sein.

Den höchsten Überschuss hat mit 3,5 Milliarden Euro laut "Handelsblatt" Bayern in den ersten drei Quartalen dieses Jahres erwirtschaftet. Dahinter folge Niedersachsen mit 2,8 Milliarden Euro, Berlin mit 2,3 Milliarden Euro sowie Baden-Württemberg (1,8 Milliarden Euro).

Im Plus liegen zudem auch Länder, die traditionell als finanzschwächer eingestuft wurden, beispielsweise das Saarland (166 Millionen Euro), Bremen (430 Millionen Euro) sowie Nordrhein-Westfalen mit einem Überschuss von 691 Millionen Euro.

beb



insgesamt 59 Beiträge
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carryflag 16.11.2018
1. Höhere Steuern für Reiche - Sofort
Was nach Definition von Rot/Grün bereits ein Facharbeiter im Schichtbetrieb bei BMW ist (bzw. ein Manager im Engineering bei BMW - wobei das ja ohnehin ein Verbrecher ist, der Diesel manipuliert und seinen Master bzw. seine Position nur durch Betrug erhalten hat (und deshalb durch höhere Steuern noch stärker zu enteignen ist). Übrigens sollten sich die Foristen hier mal eine echte Lohnabrechnung anschauen (2.000 EUR vs. 8.000 EUR). Die 2.000 EUR zahlen nahezu keine Lohnsteuer, ganz anders sieht das bei den 8.000 EUR aus...
Spiegelleserin57 16.11.2018
2. na prima....
da kann endlich investiert werden und die Schulden können abgebaut werden...wann geht's los? hoffentlich bekommen die Kommunen auch Geld und es versackt nicht wieder in irgendwelchen dunklen Kanälen...siehe Hannover wo Überstunden bezahlt wurden die gar nicht gemacht wurden. Die Landesregierungen müssen darauf achten und jetzt vor dem Crash gut wirtschaften.
immerlocker 16.11.2018
3.
Relativ zu ihren Größen/Wirtschaftskraft überraschen hier v.a. Berlin und Bremen, zwei der notorischen Pleitekandidaten der letzten 20, 30 Jahre. Berlin wird wohl bald in den Kreis der Geberländer aufsteigen und wächst seit etwa 8 Jahren deutlich über Bundesschnitt, was Wirtschaftskraft und Einwohner angeht. Insgesamt eine schöne Erfolgsgeschichte, auch wenn dies wohl eher trotz als wegen der Stadtpolitik der Fall ist. Bremen, auf niedrigerem Niveau ähnlich gelagert. Bei einem Haushalt von 5,4 Milliarden Euro aufs Jahr 600 Mio Euro plus zu machen, ist schon eine Leistung, v.a. angesichts der Schuldenberge, die das Land drücken. Insofern keine schlechten Nachrichten.
weltgeschehen 16.11.2018
4. Warum nicht triumphieren
Deutschlands Wirtschaft geht es gut. Deutschlands Visionen, bitte welche sind das eigentlich, versickern. Bei einem so deutlichen Überschuss an finanziellen Mitteln ist die Investition in einen ökologischen Umbau a la Dänemark doch mehr als überfällig. Wer kümmert sich ernsthaft um diese Frage?
wombinchen 16.11.2018
5. @carryflag
"Reiche (...) Was nach Definition von Rot/Grün bereits ein Facharbeiter im Schichtbetrieb bei BMW ist (bzw. ein Manager im Engineering bei BMW (...)" Es tut mir leid, ihr Weltbild zu zerstören. Aber ein Manager im Engineering bei BMW gehört locker zu den oberen 10% in Deutschland, wahrscheinlich sogar zu den oberen 5%. Das ist nicht nur nach Definition von Rot/Grün reich, sondern nach jeder Definition, die auf gesundem Menschenverstand basiert.
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