Bundesländer-Ranking Bremen ist Deutschlands größter Schuldensünder

Sachsen top, Bremen flop: Laut einer Studie des IW Köln haben die Bundesländer gewaltige Schuldenberge angehäuft. Ostdeutschland schneidet vergleichsweise gut ab - die Stadtstaaten hingegen dümpeln am unteren Ende der Tabelle.

Containerschiff vor Bremerhaven: Hohe Schulden im Bundesland
Gerald Hänel

Containerschiff vor Bremerhaven: Hohe Schulden im Bundesland


Hamburg - Die Schuldenbremse stellt viele Bundesländer vor Probleme. Länder wie Bremen und das Saarland werden gewaltig sparen müssen, um die neuen Vorgaben einzuhalten. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Lobbyverbands Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) durchgeführt hat.

Bis Ende 2010 seien die Schulden der Länder auf fast 600 Milliarden Euro gestiegen, heißt es in der Erhebung - ein Zuwachs von 66 Prozent seit 2001. "Für die Mehrzahl der Bundesländer stellt die Schuldenbremse eine erhebliche Herausforderung dar", sagt IW-Köln-Geschäftsführer Rolf Kroker. "Sie stehen vor harten Einschnitten und sollten so schnell wie möglich damit beginnen."

Vorzeigeländer sind laut der Erhebung Sachsen und Bayern. Sie haben die geringsten Schuldenstände und damit den geringsten Konsolidierungsbedarf. Vor großen Einschnitten stehen hingehen Bremen und Berlin. Zu den Problemländern gehören außerdem Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Schleswig-Holstein.

Verschuldung in Deutschland

Platz Bundesland Schuldenstand pro Einwohner in Euro
1 Sachsen 1565
2 Bayern 2340
3 Baden-Württemberg 5415
4 Mecklenburg-Vorpommern 5952
5 Hessen 6118
6 Niedersachsen 6807
7 Brandenburg 7218
8 Thüringen 7273
9 Rheinland-Pfalz 7637
10 Sachsen-Anhalt 8743
11 Schleswig-Holstein 9536
12 Nordrhein-Westfalen 9691
13 Saarland 11.374
14 Hamburg 13.995
15 Berlin 17.536
16 Bremen 26.987

Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Diese Länder haben überdurchschnittliche Schuldenstände und hohe Defizite. Gleichzeitig ist ihr mittelfristiges Konsolidierungspotential gering. Der Stabilitätsrat von Bund und Ländern hat für das Saarland und Schleswig-Holstein bereits eine drohende Haushaltsnotlage diagnostiziert. "Die Haushaltslage in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist mindestens genauso prekär. Beide Länder sind dringend aufgefordert, jetzt Sparprogramme aufzulegen und in die Konsolidierung einzusteigen", sagt Kroker.

Durch die Föderalismusreform II wurde eine Schuldenbremse ins Grundgesetz aufgenommen. Diese sieht vor, dass die Länder ab 2020 keine neuen Schulden mehr machen dürfen. Dafür sollen die finanzschwachen Länder Bremen, Saarland, Berlin, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zeitraum 2011 bis 2019 beim Abbau ihrer Altschulden mit Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Diese insgesamt 7,2 Milliarden Euro teilen sich der Bund und die reichen Länder je zur Hälfte.

ssu



insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
niepmann 10.03.2011
1. Ach ja?
Und abends ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen! Wem nützen derartige Informationen? Ich wäre eher daran interessiert, zu lesen, warum z. B. die Stadtstaaten gegen die Wand fahren. Möglicherweise liesse sich daraus ableiten, dass man Bremen, Hamburg und Berlin einem benachbarten Flächenstaat einverleiben muss ?
Juergen Wolfgang, 10.03.2011
2. wsd
Zitat von sysopSachsen top, Bremen flop: Laut einer Studie des IW Köln haben die Bundesländer gewaltige Schuldenberge angehäuft. Ostdeutschland schneidet vergleichsweise gut ab - die Stadtstaaten hingegen dümpeln am unteren Ende der Tabelle. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750126,00.html
Hamburg, Bremen, Berlin gehören allesamt in bestehende Bundesländer eingegliedert. Wer braucht solche Schuldenbundesländer Deren Verwaltung fressen Geld das die Geberländer bezahlen müssen. Aber die Politik wird natürlich lieber die Steuern und Abgaben erhöhen als sich selbst abschaffen. Korruptes verlogenes Pack........
Jochen 10.03.2011
3. Brandenburg freut sich!
Zitat von Juergen WolfgangHamburg, Bremen, Berlin gehören allesamt in bestehende Bundesländer eingegliedert. Wer braucht solche Schuldenbundesländer Deren Verwaltung fressen Geld das die Geberländer bezahlen müssen. Aber die Politik wird natürlich lieber die Steuern und Abgaben erhöhen als sich selbst abschaffen. Korruptes verlogenes Pack........
Brandenburg und Niedersachsen freuen sich schon auf die Schuldenberge und können die Einverleibung der Stadtstaaten kaum erwarten... Ach ja, wer hat noch mal die Schuldenberge in Berlin angehäuft: die "Große Koalition" der schmierigsten und korruptesten Politiker von SPD und CDU... wer sonst?
so__what? 10.03.2011
4. ... und wie geht es besser?
Zitat von niepmannUnd abends ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen! Wem nützen derartige Informationen? Ich wäre eher daran interessiert, zu lesen, warum z. B. die Stadtstaaten gegen die Wand fahren. Möglicherweise liesse sich daraus ableiten, dass man Bremen, Hamburg und Berlin einem benachbarten Flächenstaat einverleiben muss ?
Das war auch mein Gedanke. Wie wäre es mit einer übersichtlichen BWA der Bundesländer zu dieser Information? Was torpediert die jeweiligen Haushalte? Es ist müßig und überholt, nach Sündenböcken zu suchen, auf die man mit dem Finger zeigen kann. Historisch betrachtet (;-)) geht so etwas immer nach hinten los. Es fehlt an Ideen, wie es besser zu machen ist.
Roque Spiegel 10.03.2011
5. ...
Zitat von JochenBrandenburg und Niedersachsen freuen sich schon auf die Schuldenberge und können die Einverleibung der Stadtstaaten kaum erwarten... Ach ja, wer hat noch mal die Schuldenberge in Berlin angehäuft: die "Große Koalition" der schmierigsten und korruptesten Politiker von SPD und CDU... wer sonst?
Brandenburg und Niedersachsen stehen im Ranking aber sonst sehr gut da und können also recht gut wirtschaften. Deswegen wäre ich ebenfalls für eine Eingliederung bei gleichzeitiger Finanzhilfe für die genannten Bundesländer.
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