Neues Siegel Regierung beschließt freiwilliges Tierwohllabel für Schweinefleisch

Mit einem freiwilligen Label für Tierwohl will die Bundesregierung das Leben für Schlachtschweine verbessern. Kritik daran kommt auch aus der Fleischbranche.

Die Regierung hat die Einführung eines freiwilligen Tierwohllabels beschlossen.
OMER MESSINGER/ EPA-EFE/ REX

Die Regierung hat die Einführung eines freiwilligen Tierwohllabels beschlossen.


Haltung, Transport und Schlachtung von Schweinen werden künftig über ein freiwilliges Siegel gekennzeichnet. Die Bundesregierung folgt mit dem Beschluss zur Einführung eines Tierwohllabels einem Gesetzentwurf des Landwirtschaftsministeriums.

Das Siegel ist ein sogenanntes Positivkennzeichen: Fleisch, welches das Label trägt, muss nach Kriterien erzeugt worden sein, die über den "gesetzlichen Mindesttierschutzstandard hinausgehen", heißt es.

Siegel soll auch für Rind und Geflügel eingeführt werden

Wer das Label missbräuchlich benutzt, muss dem Gesetzentwurf zufolge mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 Euro rechnen. Der Bundestag muss dem Gesetz noch zustimmen. Das Siegel gilt zunächst für Schweinefleisch. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch für Rind und Geflügel eingeführt werden.

Kritik vom Wiesenhof-Chef

Verbraucher seien "grundsätzlich bereit", mehr Geld für Fleisch auszugeben, "wenn sie glaubhaft davon ausgehen können, dass bei der Erzeugung dieser Lebensmittel Tierschutzstandards eingehalten wurden", heißt es im Gesetzestext zur Begründung für das geplante Tierwohllabel. Es soll auf freiwilliger nationaler Basis eingeführt werden.

Die Regierung prüfe dessen ungeachtet aber weiter auch in Konsultation mit der EU, "ob und wie ein nationales, verbindliches Tierwohlkennzeichen als zweiter Schritt" geregelt werden könnte. Unmittelbar nach dem Beschluss des Bundeskabinetts hat die SPD-Fraktion angekündigt, im Bundestag nur einem Pflicht-Label zustimmen zu wollen.

Die Grünen-Agrarexpertin Renate Künast kritisierte, ein freiwilliges Label schaffe "keine volle Transparenz" für Verbraucher. Der Bauernverband prognostizierte, das Label werde "vom Markt nicht angenommen werden".

Auch Peter Wesjohann, Chef des Fleischproduzenten Wiesenhof, hat die Freiwilligkeit der geplanten Kennzeichnung scharf kritisiert. "Mein Motto lautet: Besser gar kein Label als ein freiwilliges", sagte Wesjohann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die derzeit angestrebte Lösung werde den Tierhaltungsstandort Deutschland eher schwächen und Produktion ins Ausland verdrängen, sagte der Wiesenhof-Chef.

flg/AFP/dpa

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