Förderung der Teilzeitarbeit Flexi-Rente kommt Anfang 2017

Der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand soll nicht mehr so starr reguliert sein. Mit der Flexi-Rente ist es für Arbeitnehmer ab dem 63. Jahr attraktiver, im Beruf zu bleiben - und Teilzeit zu arbeiten.

Kraftwerkstechniker in einem Steinkohlekraftwerk
DPA

Kraftwerkstechniker in einem Steinkohlekraftwerk


Ältere Arbeitnehmer bekommen mehr Möglichkeiten für einen flexiblen Übergang in die Rente. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für eine Flexi-Rente verabschiedet und damit den Weg für die parlamentarischen Beratungen frei gemacht.

Zentrales Anliegen ist der Abbau von Hindernissen für eine vorgezogene Teilrente für Menschen, die noch in Teilzeit weiterarbeiten möchten. Heute drohen drastische Kürzungen bis zu zwei Drittel der Rente, wenn jemand mit 63 in Rente geht und mehr als 450 Euro im Monat dazuverdient. Künftig soll es für den Hinzuverdienst nur noch eine Obergrenze von 6300 im Jahr geben - und dann gilt die Regel: 40 Prozent des darüber liegenden Zuverdienstes wird von der Rente abgezogen

Wer eine vorgezogene Vollrente bezieht und trotzdem arbeitet, erhöht damit zudem künftig durch die anhaltende Beitragszahlung seinen Rentenanspruch. Versicherte sollen auch früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse einzahlen können, um Rentenabschläge auszugleichen. So soll sich ein vorzeitiger Renteneintritt besser absichern lassen.

Bundesagentur für Arbeit muss mit finanziellen Einbußen rechnen

Die Bundesagentur für Arbeit muss mit Mindereinnahmen von 79 bis 87 Millionen Euro jährlich rechnen, weil für Beschäftigte im Rentenalter die Arbeitslosenversicherung entfällt.

Auf die Details der Flexi-Renten hatten sich Fachleute der Bundestagsfraktionen von Union und SPD bereits im November 2015 verständigt. Die Koalitionsspitzen stimmten aber erst im Mai dieses Jahres zu - unter anderem auch, weil Bundessozialministerin Andrea Nahles das vor allem von der Union gewünschte Vorhaben aus Faustpfand für Verhandlungen in anderen Bereichen zurückgehalten hatte.

Der Bundestag soll sich noch im September mit dem Entwurf befassen. Die neuen Regelungen sollen zum Teil zum Jahresanfang in Kraft treten, das neue Hinzuverdienstrecht erst ab Juli 2017.

msc/dpa/Reuters

insgesamt 9 Beiträge
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yvowald@freenet.de 14.09.2016
1. Kürzung der Rente bei vorzeitigem Rentenanspruch
Warum darf jemand, der mit 50 Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheidet, keine - abgespreckte - Rente beanspruchen? Für jedes Jahr eines vorzeitigen Renteneinstiegs wird diese Rente um 3,6 Prozentpunkte gekürzt. Das ist doch auch gut so, oder?
TheFrog 14.09.2016
2. Jetzt wird aber voll in den Wahlkampfmodus umgeschaltet....
ist einfach nur noch zum Weinen (K....) wollte ich nicht schreiben. Wieder eine Pille für den dummen Wähler. "Wer eine vorgezogene Vollrente bezieht und trotzdem arbeitet, erhöht damit zudem künftig durch die anhaltende Beitragszahlung seinen Rentenanspruch. Versicherte sollen auch früher und flexibler zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse einzahlen können, um Rentenabschläge auszugleichen. So soll sich ein vorzeitiger Renteneintritt besser absichern lassen." Es wird dem Arbeitnehmer gestattet, nach vorzeitigem Renteneintritt weiter Beiträge zu zahlen. Sehr generös. Wenn ich als Rentner einen 450,-- Euro Job habe, dann sind das 5.300,-- Euronen im Jahr. Wenn ich über die 450,-- Euro komme, werde ich sowieso sozialversicherungspflichtig. Da müsste man dann wohl schon mindestens Teilzeit arbeiten, um nach Abzug aller Abgaben, auf 6.300,-- Euronen im Jahr zu kommen. Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber für mich ist das Verarschung. Placebos für das dumme Wahlvolk.
det-c 14.09.2016
3. Das Recht solange zu arbeiten,
bis einem die Rentenhöhe gefällt. Für Menschen mit durchwachsenen Erwerbsbiografien ein Traum (5 Jahre Goa führen nicht zur Altersarmut), für Gewerkschaftler, die feste Regeln lieben, ein Albtraum.
harwin 15.09.2016
4. Mogelpackung
Die Flexirente ist nur eine Mogelpackung. Sie bringt den Menschen etwas die weiter arbeiten können. Denjenigen die nicht weiterarbeiten können bringt sie nichts. Wer zu krank zum arbeiten ist, und zu gesund für die Erwerbsminderungsrente, der hat davon nichts, er kann nicht mit z. B. bereits 50 in Teilrente gehen. Das heißt auf den Arbeitsmarkt keine Chance, aber arbeiten müssen bis man in die Grube fällt. Die Teilrente wäre aber gerade für diesen Personenkreis wichtig, sie würden nicht kränker werden, könnten noch bis zur regulären Rente arbeiten, und vielleicht auch darüber hinaus. Darüber hinaus, führt das zu mehr Erwerbsminderungsrenten oder Hartz IV Fällen. Jeder Mensch muss sich ja etwas für seinen Lebensunterhalt verdienen . Kann er das nicht weil er z. B. wegen der Krankheit gekündigt wird, vor betriebsbedingten Kündigungen steht, viele Fehlzeiten hat wegen seiner Krankheit (z. B. viele Therapien, Arztbesuche), dann wäre eine Teilrente der bessere Weg. Das vorrangige Problem ist, das Arbeitgeber diesen Arbeitnehmer eher loswerden will, nicht leistungs- und funktionsfähig. Fakt ist: Wenn keine Teilrente möglich ist, wird wohl Hartz IV und irgendwann Grundsicherung herhalten müssen. Die Verantwortung den Unternehmen übertragen wäre z. B. eine Maßnahme. Wie wäre es wenn die Unternehmen einen Nachteilsausgleich bis zum Renteneintritt zu zahlen hätten für jeden Arbeitnehmer der wegen und mit seiner Behinderung entlassen wird, und am Arbeitsmarkt keine Chance hat?
echoanswer 15.09.2016
5. Der Staat soll endlich aufhören so zu tun als ob ...
er irgendwas im Sinne der Bürger tut. Tut er nicht. Hier geht es nur darum Das know how von Rentner weiter für billiges Geld auszubeuten. Es gibt eben keine jungen Fachleute mit 30 Jahren Berufserfahrung, dafür aber hohe Gehaltsforderungen (mit Recht). Ergo sorgt der Staat jetzt dafür, dass die Ausbeutung der Alten vorangetrieben wird. Danke Berlin
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