Entlastungen Das bringt Ihnen die Mini-Steuerreform

Mehr Kindergeld, höhere Freibeträge: Die Bundesregierung hat für 2017 eine Steuerreform beschlossen. Die Entlastungen im Überblick.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Nach wochenlanger Koalitionsdebatte hat die Bundesregierung ein Paket von Mini-Entlastungen für 2017 und 2018 beschlossen. Insgesamt soll sich das Volumen der Maßnahmen auf 6,3 Milliarden Euro belaufen, der Einzelne wird allerdings nur geringfügig mehr Geld in der Tasche haben.

Die Übersicht über die Beschlüsse:

  • Alle Steuerzahler profitieren von der Erhöhung des Grundfreibetrags. Er bezeichnet die Summe, ab der der Staat überhaupt erst Steuern auf Einkommen erhebt. Nach den Plänen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll der Grundfreibetrag 2017 für Ledige um 168 Euro auf 8820 Euro steigen, ein Jahr später um weitere 180 Euro auf dann 9000 Euro. Für Ehepaare gilt der doppelte Wert.
  • Beschlossen ist jetzt auch die Erhöhung des Kinderfreibetrags. Für Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ihres Einkommens steuerfrei - er steigt im ersten Schritt von 7248 Euro um 108 Euro, im zweiten Schritt um weitere 72 Euro.
  • Da der Freibetrag nur Eltern mit höheren Einkommen zugutekommt, wird in der Regel auch das Kindergeld erhöht - um auch ärmere Familien zu fördern. Aktuell hat die Regierung entschieden, das Kindergeld um zwei Euro pro Kind anzuheben. Zuletzt wurde es im Januar um zwei Euro im Monat angehoben. Für die ersten beiden Kinder beträgt es aktuell monatlich je 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro. Ab Kind Nummer vier gibt es jeweils 221 Euro. Wer wenig verdient, bekommt zudem den Kinderzuschlag, der Anfang 2017 um 10 Euro auf 170 Euro je Monat erhöht wird.

Änderungen wird es zudem beim Verlauf des Einkommensteuertarifs geben: Damit soll die Mehrbelastung aus dem Zusammenspiel von Inflation, Gehaltserhöhung und progressiver Besteuerung ausgeglichen und so der Effekt der "kalten Progression" eingedämmt werden. Das führt unter anderem dazu, dass einige Steuersätze erst bei höheren Einkommen greifen. Eine gewisse Milderung gibt es bereits durch die höheren Freibeträge.

Nach Berechnungen von Steuerexperten bewegt sich die Entlastung für einen Single ohne Kind im Vergleich zu 2016 - je nach Bruttoeinkommen - zwischen jährlich 24 und 145 Euro.

Die Union im Bundestag appellierte an die Länder, die Steuersenkungen rasch mitzutragen. "Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen ohne Diskussionen auch durch den Bundesrat gehen", sagte Fraktionsvize Ralph Brinkhaus (CDU). Im Wesentlichen würden Schritte umgesetzt, zu denen die Politik rechtlich verpflichtet sei.

Franziska Brantner von den Grünen kritisierte die Maßnahmen als weitgehend wirkungslos. "Die Bundesregierung fördert weiterhin tröpfchenweise und lässt arme Familien links liegen: Die Kindergelderhöhung und Erhöhung des Steuerfreibetrags sind Pflichtprogramm, gerade arme Familien profitieren aber nicht davon."

nck/beb/dpa
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