Wahl-Patt CDU-Politiker empfiehlt Italien Rückkehr zur Lira

Nach dem Wahl-Patt kann sich Italien vor "Clown"-Kommentaren und Ratschlägen kaum retten. Der neueste kommt von CDU-Haushaltspolitiker und Euro-Rebell Klaus-Peter Willsch. Er legt den Italienern eine Rückkehr zu ihrer alten Währung nahe.
Mann vor Börsenkursen in Mailand: "Das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen"

Mann vor Börsenkursen in Mailand: "Das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen"

Foto: © Paolo Bona / Reuters/ REUTERS

Hamburg - Italien hat gewählt, der Komiker Beppe Grillo und der skandalumwitterte Ex-Premier Silvio Berlusconi erhielten einen großen Teil der Stimmen. Die Wahl zweier "Clowns" könne zu einem Problem für die Euro-Zone werden, mutmaßte bereits SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und löste damit in Italien Empörung aus. Jetzt legt der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch nach. Angesichts der unsicheren politischen Lage sprach er sich für einen Austritt Italiens aus der Währungsunion aus.

"Wenn es nicht gelingt, die Mehrheit der Bevölkerung eines Landes davon zu überzeugen, dass sie selbst eingegangene Verpflichtungen bezüglich der Funktionsweise der gemeinsamen Währung auch einhalten muss, kann man nicht von außen nach Neuwahlen rufen, sondern muss das Land zur eigenen Währung zurückkehren lassen", sagte Willsch der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". Der CDU-Politiker ist Mitglied des Haushaltsausschusses und lehnt den Euro-Rettungsschirm ESM ab.

Der Euro-Raum müsse offen sein für Veränderungen, sagte Willsch weiter. "Wenn wir zu einem friedlichen und respektvollen Miteinander in Europa zurückkehren und das Selbstbestimmungsrecht der Völker ernst nehmen wollen, müssen wir die Euro-Europa-Ideologie aufgeben", so Willsch. "Eine Währungsunion wird nur überleben, wenn sie all ihren Gliedern nützt."

Ähnlich äußerte sich der FDP-Abgeordnete Frank Schäffler. "Will der Euro überleben, muss er zu einer atmenden Währung werden. Mitglieder, die es ökonomisch nicht schaffen oder es nicht wollen, müssen aus dem Währungsclub austreten können", sagte Schäffler der Online-Ausgabe des "Handelsblatts".

dab
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