Handelsstreit China erhebt Strafzölle auf Chemikalie aus EU

Der Handelsstreit zwischen China und der EU verschärft sich. Die Volksrepublik führt Anti-Dumping-Zölle auf eine Chemikalie aus Europa ein. Betroffen ist auch der Dax-Konzern Lanxess.

Lanxess-Zentrale in Leverkusen: Strafzölle auf Chemikalie drohen in China
Lanxess

Lanxess-Zentrale in Leverkusen: Strafzölle auf Chemikalie drohen in China


Peking - Es fing mit Solarmodulen an, weitete sich auf Weine aus und erreicht jetzt eine neue Stufe: China will ab Freitag Anti-Dumping-Zölle in Höhe von bis zu 37 Prozent auf eine bestimmte, aus der Europäischen Union importierten Chemikalie erheben. Betroffen ist unter anderem der deutsche Chemiekonzern Lanxess, für den eine Abgabe von 19,6 Prozent auf Toluidine-Exporte nach China fällig wird. Das kündigte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag an.

Toluidine kommt unter anderem bei der Herstellung von Pestiziden oder Medizin zum Einsatz. Auch andere Firmen sind betroffen. Die Zölle liegen den Angaben nach zwischen 19,6 und 36,9 Prozent. Sie sollen ab Freitag für fünf Jahre in Kraft bleiben.

Der Handelsstreit zwischen China und der EU dürfte sich damit weiter verschärfen. Die EU hat jüngst zum Ärger Chinas Solarpanel aus der Volksrepublik mit Strafzöllen belegt. Die Wettbewerbshüter werfen den chinesischen Firmen Dumping-Preise vor. Die Zölle sollen zunächst 11,8 Prozent betragen. Erst von August an sollen sie auf 47,6 Prozent angehoben werden, insgesamt werden sie höchstens sechs Monate in Kraft sein.

In dieser Zeit soll verhandelt werden. Kommt es zu keiner Einigung, müssen die EU-Regierungen spätestens im Dezember entscheiden, ob sie die Zölle für fünf weitere Jahre verhängen oder auslaufen lassen. China hatte zuletzt Strafzölle auf Weine aus Europa geprüft.

yes/Reuters



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konserv1 27.06.2013
1. auch Strafzölle verhängen
Auf alle chinesische Kleidung (vor allem wenn Inhaltsstoffe, Färbung unklar sind); Maschinen; Stifte (vor allem wenn sie wie andere Marken aussehen); Computer; usw Auch wenn es Nachteile geben sollte: China hat deutlich mehr zu verlieren.
login37 27.06.2013
2. Härte zeigen
Kompromisse sind besser, als ein Handelskrieg. Aber wenn wir gegenüber den äußerst selbstbewussten Chinesen andauernd nachgeben und zurückziehen, dann sind wir bald völlig abgemeldet. Ein Blick auf die Import- und Exportstatistiken macht deutlich: China ist für Europa und insbesondere Deutschland ein wichtiger Absatzpunkt. Umgekehrt ist Europa für China als Absatzmarkt aber noch von weitaus größerer Bedeutung. Der Warenstrom von China nach Europa ist nach Umsatz doppelt so groß, wie der von Europa nach China. Ein ausgewachsener Handelskrieg großen Umfangs würde auch Europa schmerzen. China hat dann nicht nur Schmerzen, China wird innenpolitisch explodieren, wenn da das Wirtschaftswachstum auf null oder tiefer sinkt. Vor diesem Hintergrund darf man durchaus mal Härte zeigen.
dwg 27.06.2013
3.
Das kann ja auch nicht angehen, daß Herr Asbeck mit nur zwei Schlössern auskommen soll...
sapepie 27.06.2013
4.
Die Substanz heißt Toluidin. Das terminale "e" verwendet man im Englischen...
frankori 27.06.2013
5. Alle Strafzölle abschaffen!
Ich frage mich, ob das wirklich Racheaktionen sind, oder ob das nicht schon viel früher beantragt wurde. Interessant dass BASF nicht davon betroffen ist. Könnte es sein, dass die sich gut mit der chinesischen Regierung verstehen? Wie auch immer: Grundsätzlich sind Strafzölle Quatsch. Und China hat sicher nicht mehr zu verlieren; bei dem wachsenden Markt im Inland könnten die auf lange Sich weit unabhängiger sein als deutsche Hersteller, die ihre Technik in die Welt liefern wollen... Interessant zu deutschen Marken in China: http://interculturecapital.de/deutsche-marken-china-quiz
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