Investitionen in El Salvador China baut Einfluss in Lateinamerika aus

El Salvador bekommt bei mehreren Infrastrukturprojekten finanzielle Hilfe aus China - unter anderem beim Bau eines Stadions und bei der Wasseraufbereitung. Zurückzahlen muss das Land angeblich nichts.

Chinas Präsident Xi Jinping (rechts) mit El Salvadors Präsident Nayib Bukele
Noel Celis / AFP

Chinas Präsident Xi Jinping (rechts) mit El Salvadors Präsident Nayib Bukele


China investiert nicht nur kräftig in Afrika - auch in Lateinamerika weitet das Land seinen Einfluss aus. Die Volksrepublik unterstütze El Salvador bei mehreren Infrastrukturprojekten, darunter ein Stadion und eine Wasseraufbereitungsanlage, teilten die beiden Nationen mit. Genaue Geldsummen nannten sie nicht.

Die Investitionen seien eine "gigantische" Zusammenarbeit, müssten nicht zurückgezahlt werden und würden ausschließlich von der salvadorianischen Regierung verwaltet, teilte El Salvadors Präsident Nayib Bukele auf Twitter mit. Des Weiteren seien unter anderem geplant:

  • Der Bau einer neuen mehrstöckigen, gläsernen Nationalbibliothek.
  • Die Modernisierung der Systeme zur Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung an Strandpromenaden, die als Surf City bekannt sind. Dort sollen auch Fußgängerstraßen, Gehwege, Parks, Stege und unterirdische Stromleitungen gebaut werden.
  • Die vollständige Restauration der archäologischen Stätte Joya de Cerén.
  • Die Modernisierung und Erweiterung des Hafens von La Libertad, um ihn zu einer internationalen Touristenattraktion mit Restaurants, Cafés und Geschäften zu machen.
  • Neun weitere Kooperationsabkommen in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Kultur, Sport, Handel und technische Hilfe. China will auch mehr Güter wie Zucker und Kaffee aus El Salvador importieren.

Politische Gegner würden behaupten, Chinas Investition sei eine Schuldenfalle, schrieb Präsident Bukele weiter. "Welchen Teil von 'nicht zurückzahlbar' haben sie nicht verstanden?" Es handele sich um eine Spende, alle Gebäude würden sich nach ihrem Bau im Besitz von El Salvador befinden.

Ob El Salvador eine Gegenleistung angeboten hat, ist nicht bekannt. In der gemeinsamen Erklärung mit China bekannte sich das Land aber zum Ein-China-Prinzip und wandte sich gegen ein unabhängiges Taiwan. Erst im vergangenen Jahr hatte El Salvador die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen, nachdem die Dominikanische Republik und Panama auf die Seite Chinas gewechselt hatten.

Chinas diplomatischer Vorstoß in Zentralamerika verärgert die USA, die China vorwerfen, mit wirtschaftlichen Anreizen ihren Einfluss auszuweiten. Panama und El Salvador haben sich Pekings gigantischem Handels- und Infrastrukturprojekt "Neue Seidenstraße" angeschlossen.

kko/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.