Retourkutsche im Solarstreit China prüft Strafzölle auf Weine aus Europa

Wie du mir, so ich dir: Die EU hat Strafzölle auf Solarprodukte aus China verhängt - nun kontert die Regierung in Peking. Das Handelsministerium hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen europäische Weine eingeleitet. Der Disput droht sich zu einem Handelskonflikt in vielen Bereichen auszuweiten.

Weinlese in Rheinland-Pfalz: Handelskrieg droht
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Weinlese in Rheinland-Pfalz: Handelskrieg droht


Peking - China hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen Weine aus Staaten der Europäischen Union (EU) eingeleitet. Kurz nachdem die EU-Kommission Strafzölle auf chinesische Solarmodule verhängt hat, prüft die Regierung in Peking also entsprechende Schritte für italienischen Chianti, französischen Bordeaux oder deutschen Riesling. Das Handelsministerium teilte mit, China prüfe unzulässige Staatssubventionen beim Weinanbau in EU-Staaten.

Aus der Mitteilung wird auch deutlich, dass der Schritt tatsächlich eine Reaktion auf die Entscheidung der EU im Solarstreit darstellt - diese wird darin scharf verurteilt. Man setze aber weiterhin auf die Vernunft und Flexibilität der europäischen Partner, damit beide Seiten durch Verhandlungen eine Lösung finden könnten.

Verhandlungen bei den Solar-Strafzöllen

Der Streit über Dumpingpreise für Solarmodul-Importe aus China droht sich damit zu einem Konflikt in vielen Handelsbereichen zwischen der Europäischen Union und der Volksrepublik auszuweiten. Die EU prüft unter anderem Ermittlungen gegen chinesische Telekommunikationsausrüster. Die Regierung in Peking untersucht als Reaktion darauf ohnehin bereits Importe von legierten Stahlrohren und spezielle Chemie-Einfuhren aus der EU.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag trotz Kritik aus Deutschland und vielen anderen Mitgliedsländern Schutzzölle für Solarmodule aus China beschlossen. Die Wettbewerbshüter werfen den chinesischen Firmen Dumping-Preise vor. Die Zölle sollen am Donnerstag in Kraft treten und in den ersten beiden Monaten 11,8 Prozent betragen. Damit sind die Strafzölle zunächst erheblich niedriger als bislang in Brüssel diskutiert.

Erst von August an sollen sie 47,6 Prozent betragen, insgesamt werden sie höchstens sechs Monate in Kraft sein. In dieser Zeit soll verhandelt werden. Kommt es zu keiner Einigung, müssen die EU-Regierungen spätestens im Dezember entscheiden, ob sie die Zölle für fünf weitere Jahre verhängen oder auslaufen lassen.

fdi/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 46 Beiträge
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Wololooo 05.06.2013
1.
China beweist sich als zahnloser Tiger. Die Leute die europäischen Wein konsumieren, interessieren sich nicht für den Preis. Außerdem trifft man so die richtigen, nämlich die Profiteure des unmenschlichen Systems in China. EU, alles richtig gemacht! (hätte nie gedacht, das ich so etwas sage)
earl grey 05.06.2013
2. Wird spannend...
China wird dabei aber mehr verlieren als Europa, und das wissen (und fürchten) die Chinesen auch. Wird spannend...
wibo2 05.06.2013
3. Jetzt wird es ernst! ... Globaler Handelskrieg droht!
Zitat von sysopDPAWie du mir, so ich dir: Die EU hat Strafzölle auf Solarprodukte aus China verhängt - nun kontert die Regierung in Peking. Das Handelsministerium hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen europäische Weine eingeleitet. Der Disput droht sich zu einem Handelskrieg auszuweiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-prueft-im-solarstreit-strafzoelle-auf-eu-weine-a-903818.html
US-Ökonomen meinen, dass Chinas Währung unterbewertet ist. Dieser als unfair angesehene Wettbewerbsvorteil soll in den USA Arbeitsplätze vernichten. Deshalb planen auch die USA Strafzölle für China. Sind bald sowohl die EU als auch die USA im Handelskrieg mit China? Das hat uns gerade noch gefehlt! siehe The European Union (EU) trade commissioner Karel De Gucht attends a press conference in Brussels Video: EU to impose provisional anti-dumping duties on Chinese solar panels CCTV News - CNTV English (http://english.cntv.cn/program/newsupdate/20130605/102736.shtml) Bild "The Qianlong emperor in ceremonial armour on horseback" http://de.academic.ru/pictures/dewiki/116/the_qianlong_emperor_in_ceremonial_armour_on_horseback.jpg
micha.w 05.06.2013
4. Kalte Logik
Es ist doch klar, dass China sich wehrt. Leider werden diese riesigen Märkte uns sowieso überrollen. Das bisschen Know-How Vorsprung wird erst mal wegkopiert und dann auch noch verbessert. Siehe der Werdegang von Japan. Alles in allem eben doch die "gelbe Gefahr".
klausranski 05.06.2013
5. unklug!
alles eher unklug. wenn wir weniger Wein exportieren,süppeln die Chinesen weniger und haben einen klaren Kopf sich neue Gedanken zu machen ihre Wirtschaft auf andere billigProdukte umzustellen. wie aber kaufen jetzt wieder teure solarprodukte in einem Land in dem sich Solarenergie definitiv nicht lohnt! Super!
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