Wachstum auf Pump China steckt Hunderte Milliarden Euro in Wirtschaft

China kämpft gegen die Flaute: Banken gewähren im Juni fast 20 Prozent mehr an neuen Krediten als erwartet. Die Regierung hat immer größere Probleme, ihre selbst gesteckten Wachstumsziele zu erfüllen.

Bauarbeiten in Shanghai: Neues Wachstumsmodell gesucht
REUTERS

Bauarbeiten in Shanghai: Neues Wachstumsmodell gesucht


Peking - Im Kampf gegen einen konjunkturellen Abschwung wird viel Geld in die chinesische Wirtschaft gepumpt. Die Banken reichten im Juni 1,08 Billionen Yuan (128 Milliarden Euro) an neuen Krediten aus, fast 20 Prozent mehr als erwartet, wie aus am Dienstag veröffentlichten Daten der Zentralbank hervorgeht.

Auch die Regierung zeigt sich spendierfreudig: Ihre Ausgaben erhöhten sich im Juni um 26,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,65 Billionen Yuan (195 Milliarden Euro). Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt. Mehr Geld fließt auch in den öffentlichen Wohnungsbau.

Grund für die Ausgabenfreude ist die Sorge vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung. Für das zweiten Quartal rechnen Experten mit einem Wachstum von 7,4 Prozent. Einen schwächeren Wert gab es zuletzt vor knapp zwei Jahren. Viele Ökonomen erwarten nun neue staatliche Hilfen, um das offizielle Wachstumsziel beim Bruttoinlandsprodukt von 7,5 Prozent zu erreichen.

ssu/aks/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
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klaus64 15.07.2014
1. Chinas Investitionen
Der Nachholbedarf bei Infrastruktur ist für das große Land erheblich, aber ob jede Stadt einen Bahnhof größer als der unfertige Berliner Flughafen sein muss und die Bauwerke dann 20 -30 km von den Stadtzentren liegen müssen wage ich zu bezweifeln. Viele Bauvorhaben wirken stark überdimensioniert, da kann man sich schon fragen, ob die Investitionen eine Wertschöpfung ermöglichen. ich sehe diese Entwicklung seit den neunziger Jahren in Monatsabständen in ganz China - manchmal mit einem gewissen Unbehagen.
willi.mueller.1919 15.07.2014
2. Auf Pump?!
Ich denke die Chinesen sitzen auf fünf Billionen (!) Dollar Devisenreserven. Wieso ist dann hier von " auf Pump" die Rede?
cum infamia 15.07.2014
3. Spon
"Wachstum auf Pump "-- irgendwas negatives muss bei SPON zwingend in einem Artikel über China (oder Russland) enthalten sein. Mag es noch so hahnebüchen sein..
seneca55 15.07.2014
4. Wo ist denn das Problem ?
VRCHINA hat im Gegensatz zu EU-Staaten oder den USA eine minimale Staatsverschuldung. Wenn die Wachstumsziele mit Neo-Keynesianismus per Infrastrukturinvestitionen erreicht werden können, ist das mehr als verantwortlich und die Wachstumsziele werden im Gegensatz zur EU oder den USA genau realisiert. In VRCHINA stimmt die Ökonomie mit der Wissenschaft noch überein!
bertschulz 15.07.2014
5.
Die Fremdwährungsreserven werden halt nicht angefasst.
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