Erstmals seit 1989 Ratingagentur stuft China herab

Die Ratingagentur Moody's warnt vor stark steigenden Schulden in China - und senkt erstmals seit fast drei Jahrzehnten Pekings Kreditwürdigkeit. Die kommunistische Führung reagiert pikiert.
Chinesische Banknoten (Symbolbild)

Chinesische Banknoten (Symbolbild)

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

Die US-amerikanische Ratingagentur Moody's schätzt Chinas Kreditwürdigkeit schlechter ein. Das Rating wurde um eine Stufe gesenkt, von Aa3 auf A1. Es ist die erste Herabstufung Chinas seit 1989.

Grund für die schlechtere Einschätzung sind laut Moody's Befürchtungen, Chinas bisherige finanzielle Stärke könnte in den kommenden Jahren leiden. Erwartet würden stark steigende Schulden bei zugleich abnehmenden Wachstumsraten.

Chinas Finanzministerium reagierte scharf. Die Ratingagentur überschätze die Risiken der chinesischen Wirtschaft und wende eine "ungeeignete Methodik" an. Streitpunkt ist unter anderem, ob von der Führung in Peking ergriffene Reformen ausreichen werden, um einen erwarteten Anstieg des Schuldenstands in allen Wirtschaftszweigen zu begrenzen.

Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal mit 6,9 Prozent überraschend stark gewachsen, doch rechnen Beobachter für den Rest des Jahres eher mit einer Abschwächung. Im vergangenen Jahr waren 6,7 Prozent Wachstum erreicht worden, während die Vorgabe für dieses Jahr bei rund 6,5 Prozent liegt.

Nach Meinung von Wirtschaftsexperten hält Peking die Wirtschaft vor allem durch Konjunkturprogramme am Leben.

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beb/dpa
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