Investitionen im Ausland Chinas Regierung lockert Hürden für Firmen

Chinesische Firmen brauchen für mittelgroße Investitionen im Ausland keine Genehmigungen mehr. Auch nicht-chinesische Unternehmen sollen vom Abbau bürokratischer Hürden profitieren.

Schaufenster eines Juweliers in Peking: Lockerungen für Firmen aus dem Ausland
AP/dpa

Schaufenster eines Juweliers in Peking: Lockerungen für Firmen aus dem Ausland


Shanghai - China lässt privaten Firmen mehr Freiheit bei Investitionen in Übersee. Für Geschäfte mit einem Volumen von weniger als einer Milliarde Dollar brauchen sie künftig keine Zustimmung mehr von den Behörden, wie die oberste Planungsbehörde (NDRC) am frühen Freitag mitteilte. Wenn Chinas Unternehmen im Ausland Firmen übernehmen oder sich an anderen beteiligen wollen, genügt eine einfache Mitteilung an den Staat. Für heikle Vorhaben, etwa Investitionen in Krisengebieten oder in "sensiblen Bereichen", soll die Lockerung jedoch nicht gelten.

Wenn chinesische Firmen im Ausland kaufen wollten, wurden sie bislang oft durch bürokratische Hürden in der Volksrepublik ausgebremst. Die Genehmigung der Anträge zog sich vielfach über Monate hin. In der Zwischenzeit machten Wettbewerber das Rennen.

Dennoch gelang einigen von ihnen größere Coups in Europa und auch in Deutschland: So schafften chinesische Firmen den Einstieg bei deutschen Maschinenbauern wie dem Gabelstapler-Konzern Kion oder dem Betonpumpenhersteller Putzmeister. Die gelockerten Bestimmungen für Investitionen im Ausland sind Teil der von der Führung in Peking vorangetriebenen Reformen, mit denen unter anderem Privatfirmen mehr Freiräume in der Volksrepublik erhalten sollen.

Regierungschef Li Keqiang sicherte ausländischen Unternehmen in China gleichberechtigte Behandlung und fairen Wettbewerb zu. Bei einem Treffen mit internationalen und chinesischen Wirtschaftsführern auf dem Boao Forum auf der südchinesischen Insel Hainan bekräftigte Li nach offiziellen Angaben vom Freitag, dass alle in China registrierten ausländischen Unternehmen mit chinesischen Firmen gleichgestellt seien - egal, ob sie voll in ausländischem Besitz oder ein Gemeinschaftsunternehmen seien.

Notenbank sorgt sich um hohe Schulden einheimischer Firmen

Der hohe Verschuldungsgrad vieler Firmen bereitet der Zentralbank jedoch größere Sorge. "Wir müssen auf der Hut bleiben", betonte Notenbankchef Zhou Xiaochuan. Die hohe Verschuldung gilt als massives Risiko für die nach den Vereinigten Staaten zweitgrößte Volkswirtschaft. Als Warnsignal gilt, dass die Regierung jüngst zwei Firmenanleihen platzen ließ. Analysten sehen darin ein Anzeichen, dass die Behörden vor den Risiken sogenannter "Zombie-Firmen" zurückschrecken könnten. Solche Unternehmen werden künstlich am Leben gehalten mit Überbrückungskrediten, die der Finanzierung explodierender Unternehmensschulden dienen.

yes/dpa/Reuters



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