Rekord-Anleihenverkauf China stößt US-Staatspapiere in Milliardenhöhe ab

Neue Zahlen des amerikanischen Finanzministeriums geben Analysten Anlass zur Sorge: Die Volksrepublik China hat ihren Bestand an US-Anleihen drastisch reduziert. Es ist die größte Verkaufswelle seit Dezember 2011.

US-Finanzministerium: Volkswirtschaften der USA und Chinas sind eng verknüpft
AFP

US-Finanzministerium: Volkswirtschaften der USA und Chinas sind eng verknüpft


Hamburg/Washington - Experten äußern sich beunruhigt über die Entwicklung: Amerikas größter Gläubiger China hat im Dezember so viele US-Staatsanleihen verkauft, wie seit zwei Jahren nicht mehr.

"Falls China in den kommenden ein oder zwei Monaten die Verkäufe fortsetzt, dann wird die Sorge darüber wachsen, wer die Staatsschulden kauft", sagte ein New Yorker Analyst laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Zahlen des amerikanischen Finanzministeriums vom Dienstag zufolge schrumpfte der chinesische Bestand an US-Staatspapieren um 47,8 Milliarden Dollar (rund 34,8 Milliarden Euro) auf 1,27 Billionen Dollar. Es ist der stärkste Rückgang seit Dezember 2011. Durch die engen Verflechtungen über den Anleihenmarkt sind die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stark voneinander abhängig.

In der gleichen Zeit stiegen die Anteilskäufe ausländischer Investoren Bloomberg zufolge um insgesamt 78 Milliarden Dollar auf eine neue Rekordmarke von 5,79 Billionen Dollar.

Die US-Notenbank hat derweil im Februar den Kauf von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren auf 65 Milliarden Dollar gedrosselt. Über mehrere Programme zum Anleihenkauf pumpte die Fed seit Mitte 2008 im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise rund drei Billionen Dollar in den Wirtschaftskreislauf.

bos/dpa



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