Nach Corona-Einbruch Chinas Fabriken fahren Produktion hoch

Nach dem weitgehenden Stillstand durch die Coronakrise wird in vielen chinesischen Fabriken wieder produziert. Doch nun fehlen die Aufträge aus Übersee.
Alltag vor Corona: Fabrik im chinesischen Qiqihar Anfang 2019

Alltag vor Corona: Fabrik im chinesischen Qiqihar Anfang 2019

Foto: Sun Jianxin/SIPA Asia via ZUMA Wire/DPA

Nach einem Rekordtief durch die Coronakrise hat Chinas Fabriktätigkeit stark zugenommen. Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg im März auf 52 von einem Einbruch auf 35,7 Punkte im Februar, wie das nationale Statistikamt (NBS) mitteilte. Der Wert liegt damit wieder über der 50-Punkte-Marke, die Wachstum signalisiert. Wie das Statistikamt weiter mitteilte, haben mehr als die Hälfte der befragten Firmen wieder mit der Arbeit begonnen und die Produktion aufgenommen.

Das NBS führte die überraschende Erholung des Indikators im Monatsvergleich auf den Rekordtiefststand im Februar zurück und warnte davor, dass die Messwerte keine Stabilisierung der Wirtschaftstätigkeit signalisierten.

Peking hatte unter hohen Kosten für die Wirtschaft drakonische Quarantäneregeln und Reisebeschränkungen eingeführt, um die Pandemie einzudämmen, die mehr als 3000 Menschen im Land das Leben gekostet hat. Während die lokal übertragenen Infektionen schwinden, haben die meisten Unternehmen wieder geöffnet, und das Leben für Millionen von Menschen fängt langsam wieder an, sich zu normalisieren.

Dennoch wurde das Tempo der Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit durch Chinas Bemühungen, sich vor einer zweiten Infektionswelle aus dem Ausland zu schützen, beschränkt. Der Teilindex des verarbeitenden Gewerbes stieg im März von 27,8 auf 54,1 Punkte, während die Auftragseingänge von 29,3 im Vormonat auf 52 stiegen. Die Auftragseingänge der chinesischen Hersteller stiegen zwar von 28,7 im Februar auf 46,4 Punkte, waren damit aber immer noch rückläufig.

Sorge um 18 Millionen Jobs im Export

Chinas Außenhandel könnte sich gegenüber Januar und Februar weiter verschlechtern und der Export um bis zu 17,2 Prozent einbrechen, sagte Vize-Industrieminister Xin Guobin auf einer Pressekonferenz. "Wir schätzen, dass China in den nächsten ein bis zwei Quartalen fast 18 Millionen Arbeitsplätze im Exportsektor verlieren könnte, wenn die Exporte um 30 Prozent schrumpfen", schrieben die Ökonomen des japanischen Finanzunternehmens Nomura zu den Daten.

Schon jetzt sehen chinesische Exporteure, dass Aufträge aus Übersee wegbrechen, da der weltweite Anstieg von Coronavirus-Infektionen und Todesfällen viele Handelspartner gezwungen hat, die Produktion zu verlangsamen oder auszusetzen. Nomura geht davon aus, dass der Ausbruch im ersten Quartal zu einem jährlichen Rückgang des chinesischen Bruttoinlandsprodukts um 9 Prozent führen werde.

Chinas Dienstleistungssektor expandierte ebenfalls, wobei der offizielle PMI im nicht verarbeitenden Gewerbe bei 52,3 von 29,6 im Februar lag, wie eine separate NBS-Umfrage ergab. Die Regierung hatte in den letzten Wochen die Beschränkungen gelockert - wodurch sich die Verbraucher wieder in Einkaufszentren und Restaurants wagten. Außerdem wurden Einkaufscoupons im Wert von Millionen Yuan verteilt, um den Konsum wiederzubeleben.

Der Appetit der Verbraucher bleibt gedämpft: Analysten warnten, dass der Ausbruch des Virus anhaltende Auswirkungen haben könnte, da viele Menschen weiterhin besorgt über das Risiko einer neuen Infektionswelle sind und sich Gedanken um die Sicherheit an und über ihren Arbeitsplatz machen.

dab/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.