Milliardenentlastung Rentenbeiträge sollen künftig voll absetzbar sein

Die Bundesregierung eliminiert die Doppelbesteuerung von Renten: Aufwendungen können ab kommendem Jahr voll als Sonderausgabe berücksichtigt werden. Besteuert werden Renten erst bei der Auszahlung.
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)

Foto: Michael Kappeler / dpa

Steuerzahler sollen ihre Rentenbeiträge ab dem kommenden Jahr voll absetzen können. Das geht aus dem Entwurf für das Jahressteuergesetz hervor, der am Freitag bekannt wurde. Darin heißt es, dass ein »vollständiger Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen« bereits ab 2023 ermöglicht werden solle. Nach bisheriger Gesetzeslage würde dies erst 2025 passieren.

»Wir ziehen diesen Schritt bewusst vor – denn gerade in Zeiten hoher Inflation sind Entlastungen besonders wichtig«, sagte Finanzminister Christian Lindner (FDP) der Nachrichtenagentur dpa. Zugleich schaffe die neue Regelung mehr Klarheit im Steuersystem. »Dies dient dem Gebot, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden«, erklärte Lindner.

Der Bundesfinanzhof hatte im Mai 2021 die Doppelbesteuerung bemängelt, also die Besteuerung sowohl des Einkommens, aus dem Rentenbeiträge gezahlt werden, als auch der späteren Rentenauszahlung. Da eine solche zweifache Besteuerung nach Auffassung des Gerichts künftig vielen Rentnerinnen und Rentnern drohte, wurde eine Reform nötig.

Nach Berechnungen des Finanzministeriums werden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger dadurch 2023 um rund 3,2 Milliarden Euro entlastet. Im Jahr 2024 geht es demnach noch um 1,76 Milliarden Euro.

Renten werden nur noch bei der Auszahlung besteuert

Künftig werden Renten damit erst in der Auszahlungsphase im Alter besteuert. Vorher können die Aufwendungen für die Altersvorsorge steuerlich geltend gemacht werden. Die Umstellung umfasst Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse, den berufsständischen Versorgungseinrichtungen und aus Basisrentenverträgen, sogenannten Rürup-Renten.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, hält die Pläne für nicht zu Ende gedacht. Eine Doppelbesteuerung werde damit nicht vollkommen ausgeschlossen, kritisierte sie. Hintergrund ist, dass die Renten im Alter ab 2040 voll besteuert werden. Steuerzahler, die in den vergangenen Jahren ihre Beiträge versteuern mussten und 2040 Rentner sind, würden damit doppelt zur Kasse gebeten. Bentele forderte deshalb, die Vollbesteuerung der Renten von 2040 auf 2070 zu verschieben.

mgo/AFP/dpa
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