»Dreistellige Milliardensumme« Lindner will Kapital für Aktienrente deutlich aufstocken

Der Finanzminister will die Rente bald auch über den Kapitalmarkt stabilisieren – doch seine bisherigen Pläne greifen viel zu kurz. Der FDP-Politiker plant deshalb Nachbesserungen.
Rentner in NRW

Rentner in NRW

Foto: Caroline Seidel/ DPA

Bundesfinanzminister Christian Lindner will das Kapital für die Aktienrente deutlich aufstocken. »Wir brauchen mittel- bis langfristig eine dreistellige Milliardensumme, damit die Erträge einen spürbaren Effekt auf die Stabilisierung der Rentenbeiträge und des Rentenniveaus haben können«, sagte der FDP-Politiker dem »Tagesspiegel« . Zum Start im Jahr 2023 nimmt der Staat für das Instrument lediglich zehn Milliarden Euro in die Hand.

Die Aktienrente ist ein neues Instrument der Ampelkoalition. Der Staat will Geld für die gesetzliche Rentenversicherung teils in Aktienfonds stecken, um es zu vermehren. Dadurch sollen starke Beitragserhöhungen verhindert werden, die sich mittelfristig aus der demografischen Entwicklung ergeben könnten. Länder wie Schweden gehen schon länger ähnlich vor.

Damit das Instrument wirkt, muss der deutsche Staat viel Geld investieren. Laut dem Verbraucherportal »Finanztip« müsste die Aktienanlage des Bundes ein Volumen von mehr als 210 Milliarden Euro haben , um eine Steigerung der Rentenbeiträge von einem Prozent zu verhindern. Und dabei wird schon davon ausgegangen, dass sich am Aktienmarkt jährliche Renditen von acht Prozent erwirtschaften lassen – was über lange Zeiträume zwar möglich, aber nicht garantiert ist. Bei einer Dividendenrendite von fünf Prozent müsste der Fonds gar mit rund 340 Milliarden Euro ausgestattet sein. Bei einer konservativ kalkulierten Dividendenrendite von drei Prozent wären es sogar knapp 570 Milliarden Euro.

Wo das viele Geld herkommen soll, ist unklar. Er habe dazu Ideen, sagte Lindner. Es gebe aber »noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung«. Lindner verwies auf die Finanzierung der ersten zehn Milliarden Euro, die vollständig über neue Schulden erfolgt und als Darlehen des Bundes an die neue Aktienrücklage fließt. »Wir machen uns zunutze, dass der Staat für seine Anleihen weniger zahlen muss, als die Kapitalmärkte an Rendite bringen.«

ssu/dpa-AFX
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