Bericht zu möglicher Lagarde-Nachfolge Britischer Notenbankpräsident Carney soll Favorit für IWF-Chefposten sein

Mark Carney als neuer Chef des IWF? Diese Personalie würde laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor allem Deutschland und Frankreich gefallen. Die Regierung in Paris weist das aber zurück.

Mark Carney könnte den Posten von IWF-Chefin Christine Lagarde übernehmen
Simon Dawson/REUTERS

Mark Carney könnte den Posten von IWF-Chefin Christine Lagarde übernehmen


Der britische Notenbankpräsident Mark Carney soll im Rennen um die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) einem Bericht zufolge die Rückendeckung von Deutschland und Frankreich haben. Beide Länder hätten schon vor längerer Zeit vereinbart, den 54-Jährigen mit britischem, irischem und kanadischem Pass zu unterstützen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Ursprünglich sei die Absprache mit Blick auf das Jahr 2021 getroffen worden, wenn die Amtszeit der bisherigen IWF-Chefin Christine Lagarde regulär geendet hätte. Weil Lagarde ab Herbst aber Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) werden soll, könnte Carney nun schon früher zum IWF-Chef ernannt werden.

Die französische Regierung wies den Zeitungsbericht zurück. Man habe sich bisher noch nicht für einen Kandidaten entschieden, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Paris. Auch eine Absprache mit Deutschland zugunsten Carneys gebe es nicht. "Wir glauben, dass es einen Konsens über einen europäischen Namen geben sollte", hieß es.

Christine Lagarde wurde als EZB-Präsidentin nominiert
Carlos Jasso/REUTERS

Christine Lagarde wurde als EZB-Präsidentin nominiert

Europäischer Kandidat für Lagarde-Nachfolge

Der Bericht folgt auf Lagardes offizielle Nominierung zur EZB-Präsidentin, die in der vergangenen Woche von den EU-Finanzministern ausgesprochen wurde. Daraufhin hatte die aktuelle finnische EU-Ratspräsidentschaft angekündigt, dass die Mitgliedstaaten einen gemeinsamen europäischen Kandidaten für die Nachfolge beim IWF vorschlagen werden.

Für den Spitzenjob in Washington wurden neben Carney bereits zahlreiche weitere Kandidaten ins Gespräch gebracht, darunter der ehemalige britische Finanzminister George Osborne. Aber auch nichteuropäische Kandidaten soll es geben. Der irische Finanzminister Paschal Donohoe sagte, den Job müsse auf jeden Fall erneut ein Europäer bekommen. Es sei deshalb wichtig, dass sich die EU "geschlossen hinter einen Kandidaten stellt". Traditionell wird der Chefposten beim IWF an einen Europäer vergeben, während bei der Weltbank oft Amerikaner zum Zuge kommen.

hba/jap/Reuters/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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brux 09.07.2019
1. So what?
Fähiger Mann. Leider kein Europäer, aber das System ist sowieso Blödsinn. Meinetwegen können alle Toppositionen mit Inuit besetzt werden, wenn sie es drauf haben.
frenchie3 09.07.2019
2. In wie weit macht es Sinn
hier einen Briten hinzusetzen? Fällt der Brexit nun doch aus?
hausfeen 09.07.2019
3. Deutschland und Frankreich gefällt das, aber ...
... Paris winkt ab? Ich werde alt ...
s.schlobb 09.07.2019
4. Irischer Pass
Wo ist das Problem?
zila 10.07.2019
5. Ehemaliger BoC Chef - warum jicht?
Unerwähnt blieb, dass Carney viele Jahre die Bank of Canada führte, bevor er nach UK ging.
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