Wirtschaftskrise IWF sagt Argentinien weitere Milliardenhilfe zu

Argentinien und der Internationale Währungsfonds haben ein neues Abkommen unterzeichnet: Der IWF erhöht seine Finanzhilfen deutlich - auf nun insgesamt 57,1 Milliarden Dollar.

Lagarde und Dujovne
ALBA VIGARAY/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Lagarde und Dujovne


Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Finanzhilfe an Argentinien ausgeweitet: um 7,1 Milliarden Dollar auf nun 57,1 Milliarden Dollar. Bis Ende kommenden Jahres legt der IWF 19 Milliarden Dollar für das von einer Wirtschafts- und Währungskrise betroffene Land aus; die restlichen 38,1 Milliarden sollen bis Ende 2021 zur Stabilisierung Argentiniens dienen. Das sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Mittwoch in New York.

"Der IWF bleibt voll verpflichtet, Argentinien zu helfen, die bevorstehenden Herausforderungen in Angriff zu nehmen", sagte Lagarde auf einer Pressekonferenz mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Nicolás Dujovne im Generalkonsulat des Landes in New York.

Dujovne sagte, das Abkommen werde dazu beitragen, jegliche Zweifel der Finanzmärkte über die Stabilität der argentinischen Wirtschaft zu zerstreuen - und den "turbulenten Weg der vergangenen Monate zu verlassen". Zentraler Bestandteil des neu aufgelegten Wirtschaftsplans Argentiniens ist den Angaben zufolge das Ziel, 2019 das primäre Haushaltsdefizit völlig abzubauen. Für dieses Jahr wird mit einem Defizit von 2,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts gerechnet.

Der argentinische Peso hatte seit April im Sturzflug knapp 50 Prozent seines Werts in Bezug zur US-Devise verloren. Die Zentralbank in Buenos Aires hat bei dem Versuch, die Abwertung zu bremsen, rund 15 Milliarden Dollar ihrer Reserven verloren. Nach der Vereinbarung mit dem IWF soll die Zentralbank nur bei starken Schwankungen über die festgelegte Bandbreite am Devisenhandel teilnehmen.

Der IWF hatte Argentinien bereits im Juni Hilfen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar zugesagt. Ende August hatte das Land um eine frühzeitige Auszahlung der Hilfen gebeten. Vor der Unterzeichnung des neuen Abkommens war der argentinische Zentralbankchef Luis Caputo zurückgetreten. Er gebe den Posten aus "persönlichen Gründen" ab, teilte die Notenbank am Mittwoch mit. Er hatte die Aufgabe erst im Juni übernommen.

aar/dpa/AFP

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