Lokführergewerkschaft Weselsky als GDL-Vorsitzender wiedergewählt

Als Anführer der Lokführerstreiks wurde Claus Weselsky zum bekanntesten deutschen Gewerkschafter. Seiner Organisation bleibt er nun weiter als Chef erhalten, er gibt sich kämpferisch.
Claus Weselsky (2021): Von 97 Prozent der Delegierten wiedergewählt

Claus Weselsky (2021): Von 97 Prozent der Delegierten wiedergewählt

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

Als Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist er insbesondere dann in der Öffentlichkeit präsent, wenn seine Gewerkschaft mit Streiks den Bahnverkehr in Deutschland großflächig lahm legte – und damit Arbeitgeber, Politiker und Bahnkunden immer wieder gegen sich aufbringt. Auch in den kommenden zwei Jahren wird Claus Weselsky Chef der GDL bleiben. 97 Prozent der Delegierten der Generalversammlung haben den 63-Jährigen wiedergewählt, teilte die GDL am Dienstag mit.

Weselsky habe seine Amtszeit um zwei Jahre verlängert, um die GDL »in der anspruchsvollen Zeit der durch das Tarifeinheitsgesetz ausgelösten Organisationsausweitung zu führen«. Der geschäftsführende Vorstand, dem Weselsky vorsitzt, wurde deswegen auch um einen Stellvertreter auf vier Mitglieder erweitert.

»Mit der Ausweitung unseres Organisationsbereichs vom Zugpersonal auf das gesamte direkte Personal haben wir eine anspruchsvolle Aufgabe übernommen«, erklärte Weselsky. Die GDL schloss im vergangenen Jahr bei der Deutschen Bahn neben dem Zugpersonal erstmals auch Tarifverträge für Mitarbeitende in Werkstätten und in der Verwaltung ab. Die Verträge kommen aber nur zur Geltung, wenn die GDL in dem jeweiligen Betrieb auch die meisten Mitglieder hat.

Kritik an der Deutschen Bahn

Das Tarifeinheitsgesetz sieht vor, dass in einem Unternehmen mit zwei Gewerkschaften nur der Tarifvertrag der mitgliederstärkeren Arbeitnehmervertretung angewendet wird. Bei der Bahn konkurriert die GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Mitglieder.

In seiner Rede kritisierte, die Deutsche Bahn lasse »nichts unversucht, um unsere starke GDL zu schwächen und damit die Rechte der Eisenbahner auszuhebeln«. Der Staatskonzern möchte viel lieber mit seiner »treuen Hausgewerkschaft billige Sanierungstarifverträge schließen«.

tfb/dpa/Reuters

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