Strategiewechsel Hunderten Commerzbank-Filialen droht das Aus

Die Commerzbank-Aktie ist auf Talfahrt - nun ändert Bankchef Martin Zielke seine Pläne: Nach Informationen des manager magazins könnten in einem Negativszenario 400 von 1000 Filialen geschlossen werden.

Commerzbank-Chef Martin Zielke: Neue Strategie, verschiedene Szenarien
Ralph Orlowski/ REUTERS

Commerzbank-Chef Martin Zielke: Neue Strategie, verschiedene Szenarien

Von manager-magazin-Redakteurin Katharina Slodczyk


Commerzbank-Chef Martin Zielke muss seine Strategie umwerfen: Nach dem Absturz der Bankaktie um zwölf Prozent seit Jahresanfang rechnet er mehrere Szenarien für die Zukunft seines Filialnetzes von derzeit rund tausend durch, ergeben Recherchen des manager magazins.

  • Eines der Szenarien sieht vor, es bei dem bestehenden Netz zu belassen - auch wenn etliche davon, etwa in Nordrhein-Westfalen und in Hessen, nur eingeschränkte Öffnungszeiten haben, weil dem Geldhaus vor Ort Personal fehlt.

  • Bei einem anderen Szenario könnten am Ende 800 bis 850 Filialen übrigbleiben. Das ließe sich mit dem bestehenden Personal machen, würde das Verhältnis von Kosten zu Erträgen aber kaum verändern.

  • Bei einem weiteren Szenario, bei dem unrentable Filialen geschlossen würden, könnten 600 bis 650 Standorte überleben.

Seine neue Strategie wird der Commerzbank-Chef dem Aufsichtsrat Ende September vorstellen. Zielke steht seit Mai 2016 an der Spitze des Geldhauses. Wesentliche Ziele seiner ersten Strategie, die bis ins Jahr 2020 reichen, hat er zuletzt bereits nach und nach kassiert. Dazu gehört ein Verhältnis von Kosten zu Erträgen, das unter 66 Prozent sinken sollte - ebenso wie eine Eigenkapitalrendite von mehr als sechs Prozent.

Lesen Sie die vollständige Geschichte um das Ringen nach einer neuen Commerzbank-Filialstrategie unter manager magazin premium.

Mehr zum Thema


insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
cup01 21.08.2019
1. Keine Rettung in Sicht
Betriebswirtschaftlich ist es nur eine Rettung auf Zeit. Eher wird sich die Commerzbank abschaffen, wenn sie sich aus der Fläche zurückzieht. Der radikale Personalabbau wirft auch seine Schatten voraus. Die Lösung liegt in Innovation, Schnelligkeit und einer neuen Art von Expansion.
kamkam99 21.08.2019
2. Was ist denn
das Geschäftsmodell der Commerzbank oder der Deutschen Bank?Weltweite Geschäfte werden mittlerweile von anderen Banken abgewickelt.Die größte Bank in Deutschland ist eine niederländische.Bei der Commerzbank würde auch die Comdirekt ausreichen.Jetzt schon haben Filialen nur eingeschränkte Öffnungszeiten.Zur Not kann man auch im Handel an der Kasse Bargeld abgreifen.Warum ist wohl Wirecard so erfolgreich?
Cannonier 21.08.2019
3. Dr. Markus Kralls Thesen
bestätigen sich Zug um Zug. Aber er darf im öffentlich rechtlichen nichts sagen denn er ist ja kritisch gegenüber Draghi, Merkel der EU.
unixv 21.08.2019
4. Commerzbank?
Erinnert mich immer an so einige Politiker : Ich bin ELITE! na wer kennt ihn? Genauso überheblich behandelte mich damals ein Commerzbank Mitarbeiter, als ich mit 16 ein Konto eröffnen wollte, da ich gerade erst anfing mit einer Ausbildung, wurde mir gesagt : Du bekommst hier kein Konto! Wenn die dann mit anderen auch so umgegangen sind, dann mal viel Spaß beim Amt!
sven2016 21.08.2019
5. Notleidende Banken sollten ohne
Filialbetrieb weitermachen oder gleich mit einer der großen Direktbanken fusionieren. Trotz Stützung durch den Staat und Beteiligung läuft das Geschäft nur mäßig. Ob die Staatsgelder jemals zurückgezahlt werden können? War nicht in den vergangenen Jahren der Commerzbank-Vorstand sehr optimistisch?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.