Corona-Ausbruch in den Niederlanden 54 infizierte Schlachthofmitarbeiter leben im deutschen Kreis Borken

Der Corona-Ausbruch in einem nahe der niederländischen Grenze gelegenen Schlachthof hat erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Landkreis Borken: 54 der 147 positiv getesteten Mitarbeiter der Fleischfabrik leben dort.
Schlachthof im niederländischen Groenlo: Nun steigt auch die Zahl der Infizierten nahe der Grenze

Schlachthof im niederländischen Groenlo: Nun steigt auch die Zahl der Infizierten nahe der Grenze

Foto: Vincent Jannink/ dpa

Nach dem Corona-Ausbruch in einem niederländischen Schlachthof nahe der Grenze zu Deutschland steigt die Zahl der Infizierten im Landkreis Borken. Eine Sprecherin sagte dem SPIEGEL auf Anfrage, dass 54 der 147 positiv getesteten Mitarbeiter der Vion-Fleischfabrik in Groenlo zurzeit im Kreis Borken wohnen.

Die meisten neuen Fälle gebe es in der Stadt Gronau (20). "Alle positiv getesteten Mitarbeiter hier im Kreis Borken und deren Umfeld sind unter Quarantäne gestellt worden", sagte die Sprecherin. Das Gesundheitsamt des Kreises suche unter Kontaktpersonen der Infizierten nach weiteren möglichen Fällen. Die überwiegende Zahl der Neuinfizierten sind laut der Sprecherin Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien.

In den vergangenen Wochen waren in mehreren deutschen Schlachthöfen Corona-Ausbrüche gemeldet worden - unter anderem auch im Borkener Nachbarkreis Coesfeld. Hier wurden fast 300 Mitarbeiter einer Fabrik der Genossenschaft Westfleisch positiv getestet.

Bewohner müssen keine neuen Einschränkungen befürchten

Schon in den vergangenen Tagen, nach Bekanntwerden des Ausbruchs im Schlachthof von Groenlo, hatte das Borkener Gesundheitsamt Tests in Wohnunterkünften von Schlachthof-Mitarbeitern durchgeführt - und dabei 23 Infektionen entdeckt. Bei dem in den Niederlanden angeordneten Kontrollen sämtlicher Mitarbeiter dieser Fleischfabrik kamen nun weitere 31 Fälle von Menschen hinzu, die zurzeit im Kreis Borken wohnen. Die für Groenlo zuständige Gesundheitsbehörde hatte frühzeitig die deutschen Kollegen informiert, als klar wurde, dass viele der Schlachthof-Mitarbeiter jenseits der Grenze in Wohnunterkünften leben.

Offenbar wurden diese Menschen auch in anderen Werken eingesetzt. In den Niederlanden sollen nun umfassende Tests in weiteren Schlachthöfen durchgeführt werden.

Die Bewohner des Kreises Borken müssen vorerst keine neuen Quarantänemaßnahmen oder Einschränkungen befürchten. Sollte sich die Zahl der Infizierten nicht noch einmal erheblich erhöhen, wird der Kreis weiterhin klar unter der Schwelle von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern bleiben. Seit Beginn der Epidemie bis einschließlich Montag wurden 1058 Menschen im Kreis positiv getestet, 38 von ihnen sind verstorben. Die neuen 31 Fälle sind in der Statistik noch nicht erfasst.

che
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