Boom während der Pandemie Superjacht-Verkäufe steigen auf Rekordhoch

Superjachten lassen sich während der Coronapandemie offenbar so gut weiterverkaufen wie nie zuvor. Kritiker sagen: Mit dem Geld, das für die Schiffe ausgegeben wird, könnte man die Bevölkerung Nepals komplett impfen.
Jachten im Hafen von Monaco

Jachten im Hafen von Monaco

Foto: Patrick Aventurier / Getty Images

Superreiche haben laut einem Medienbericht seit Anfang des Jahres mehr als eine Milliarde Pfund (umgerechnet rund 1,16 Milliarden Euro) auf dem Zweitmarkt für Superjachten ausgegeben. Laut dem Luxusmagazin »Boat International« ist das ein Rekord-Handelsvolumen.

Der Umsatzanstieg sei von »einer Kohorte sehr wohlhabender Leute« getrieben, die sich durch den Jacht-Kauf unabhängig von Corona-Reisebeschränkungen machen wollen, sagte »Boat International«-Chefredakteur Stewart Campbell der »BBC«. Viele Jachtbesitzer würden wegen der Pandemie nicht in die Nähe von Land wollen. Frei nach dem Motto: »Buy a boat, corona can't swim« (Kaufe dir ein Boot, das Virus kann nicht schwimmen).

Das Luxusmagazin spricht ab 24 Metern Länge inklusive eigener Besatzung von einer Superjacht. Diese kleineren Superjachten (größere können bis zu 180 Meter lang sein) – kosten demnach auf dem Zweitmarkt zwischen einer und fünf Millionen Euro. Hinzu kommen Betriebskosten von etwa 200.000 Euro pro Jahr für Besatzung, Liegeplatzgebühren und Kraftstoff. Zusätzlich könnten sie je nach Bedarf mit Whirlpools, Sonnendecks oder Fitnessstudios ausgestattet werden.

Die drei größten Jachten, die dieses Jahr verkauft wurden, waren »Solo« (Kaufpreis 54 Millionen Pfund), »Elixir« (Angebotspreis 33,5 Millionen Pfund) und »Lady Sheridan« (Angebotspreis 24,7 Millionen Pfund). Mehr als die Hälfte der Superjachten wurden in den USA gehandelt.

Die Wohltätigkeitsorganisation Oxfam teilte der »BBC« mit, es sei »obszön«, dass der Reichtum nicht für Impfstoffe ausgegeben wurde. Für die Kosten all der verkauften Superjachten könne die Bevölkerung Nepals vollständig geimpft werden.

Zuletzt war das Vermögen der Ultrareichen weltweit in der Pandemie auf einen Rekordwert gewachsen. Das Gesamtvermögen der mehr als 2000 Dollarmilliardäre weltweit stieg bis Ende Juli auch dank der Erholung an den Aktienmärkten auf den Rekordwert von rund 10,2 Billionen Dollar. Den größten Zuwachs erzielten die deutschen Dollarmilliardäre nach Ausbruch der Pandemie in den Bereichen Technologie (plus 46 Prozent), Gesundheitswesen (plus zwölf Prozent) und Finanzwesen (plus elf Prozent).

hej
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