Trotz Corona-Rezession Finanzaufsicht sieht keine Anzeichen für eine Bankenkrise

Die deutsche Finanzaufsicht gibt Entwarnung: Es drohe keine Systemkrise wie 2008. Das Finanzsystem habe das Zeug, die Coronakrise zu überstehen - "wenn auch mit einigen Blessuren".
Bankentürme in Frankfurt.

Bankentürme in Frankfurt.

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Trotz der massiven wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sieht die deutsche Finanzaufsicht BaFin aktuell keine Anzeichen für eine neue Finanzkrise. "Immer wieder wird die Frage laut, ob nun eine Systemkrise drohe. Aus heutiger Sicht nicht", sagte BaFin-Chef Felix Hufeld bei der telefonischen Jahrespressekonferenz der Behörde. Das Finanzsystem sei stabiler geworden und der Staat habe umfangreiche Hilfsprogramme für die Realwirtschaft aufgelegt.

Die Coronakrise wird nach seiner Einschätzung allerdings "Blessuren" hinterlassen. "Auch die milliardenschweren Hilfspakete werden nicht vollständig verhindern können, dass in den kommenden Wochen, Monaten und vielleicht Jahren Kreditnehmer ausfallen", sagte Hufeld. Am stärksten dürften die Banken betroffen sein, die ohnehin unter Ertragsschwäche, Niedrigzinsen und digitaler Konkurrenz leiden.

Der deutsche Bankensektor sei heute jedoch relativ widerstandsfähig. "Wir haben mehr Stabilität im Bankensystem, denn wir haben mehr und besseres Kapital."

Auch die deutschen Lebensversicherer müssten nicht ums Überleben bangen. "Die Krise setzt den Unternehmen in der Kapitalanlage zusätzlich zu, existenzbedrohend ist die Situation aber aus heutiger Sicht nicht", sagte Hufeld. Zwar sänken die Solvenzquoten, der Maßstab für die Finanzpuffer der Branche, wie sich aus einer Umfrage in der Branche ergeben habe. Aber zu einer Unterdeckung komme es bei keinem Lebensversicherer. "Die Branche ist alles in allem widerstandsfähig", sagte Hufeld.

hej/dpa/Reuters
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