Studie der Uno Weltweite Armut könnte durch Corona massiv zunehmen

Knapp die Hälfte der Weltbevölkerung könnte durch die Auswirkungen der Coronakrise unter die Verdienstschwelle von 5,50 Dollar pro Tag rutschen. Das geht aus einer Uno-Studie hervor.
Verteilung von kostenlosem Schulessen in Brasilien

Verteilung von kostenlosem Schulessen in Brasilien

Foto: TARSO SARRAF/ AFP

Forscher der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie weitere 395 Millionen Menschen weltweit in extreme Armut stürzen könnten. Die Gesamtzahl der Menschen, die von weniger als 1,90 Dollar pro Tag leben, könne damit auf mehr als eine Milliarde steigen. Das geht aus einer Studie der Universität der Vereinten Nationen hervor.

Die Aussichten für die Ärmsten der Welt seien düster, wenn die Regierungen nicht schnell mehr tun, sagte Andy Sumner, einer der Studienautoren. "Die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung könnten um 20 bis 30 Jahre zurückgeworfen werden."

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung gefährdet

Die Studie des United Nations University World Institute for Development Economics Research (UNU-WIDER) spielt eine Reihe von Szenarien durch  und berücksichtigte dabei die verschiedenen Armutsgrenzen der Weltbank - von extremer Armut, definiert von einem Lebensunterhalt von höchstens 1,90 Dollar pro Tag, bis hin zu höheren Armutsgrenzen von weniger als 5,50 Dollar pro Tag.

Unter dem schlimmsten Szenario - einem 20-prozentigen Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens oder -Konsums - könnte die Zahl derer, die in extremer Armut leben, auf 1,12 Milliarden steigen. Der gleiche Rückgang für die 5,50-Dollar-Schwelle kalkuliert könnte demnach dazu führen, dass mehr als 3,7 Milliarden Menschen unterhalb dieser Armutsgrenze lebten - und damit rund die Hälfte der Weltbevölkerung.

Am Montag hatte die Weltbank mitgeteilt, sie erwarte, dass 70 bis 100 Millionen Menschen durch die Pandemie in extreme Armut stürzen.

brt/Reuters
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