Coronakrise Bundesregierung rechnet mit mehr als zwei Millionen Kurzarbeitern

Die Coronavirus-Pandemie bedroht die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen. In Deutschland versuchen Unternehmen, mit Kurzarbeitergeld Kündigungen zu vermeiden. Millionen könnten die Leistung in Anspruch nehmen.
Hotelküche: Viele Gastronomen stehen vor dem Aus

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Foto: Jens Büttner/ dpa

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland könnte in der Coronakrise einen neuen Rekord erreichen: Die Bundesregierung rechnet damit, dass allein aus konjunkturellen Gründen voraussichtlich 2,15 Millionen Beschäftigte 2020 auf Kurzarbeitergeld angewiesen sein werden. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums hervor, über den die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt" berichteten. Die höchste Zahl an Kurzarbeitern hatte es bisher in der Finanzkrise 2009 mit rund 1,4 Millionen gegeben.

Für vergangenen Dezember sei zudem mit weiteren 200.000 Beschäftigten zu rechnen, die aus saisonalen Gründen Kurzarbeitergeld erhielten, hieß es in dem Entwurf. Die Mehrausgaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden auf rund zehn Milliarden Euro beziffert. Die Behörde verfügt derzeit über Reserven von rund 26 Milliarden Euro.

Mit der Verordnung setzt die Regierung die vereinbarten Erleichterungen bei der Kurzarbeit um, mit denen sie die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise für Betriebe und Beschäftigte abfedern will. Künftig können Betriebe bereits Kurzarbeit anmelden, wenn ein Zehntel der Beschäftigten betroffen ist. Zudem übernimmt die BA neben dem Kurzarbeitergeld auch die Sozialbeiträge, die von den Unternehmen bisher auch für Kurzarbeit zu entrichten sind.

Die Verordnung soll am Montag vom Kabinett beschlossen werden. Die Regierung geht laut Entwurf davon aus, dass diese neuen Regeln die Zahl der Berechtigten für Kurzarbeitergeld um etwa 1,15 Millionen erhöht. Nach geltendem Recht ohne diese Erleichterungen seien etwa eine Million Kurzarbeiter zu erwarten gewesen.

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kko/Reuters
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