Finanzministerschalte G7-Staaten prüfen weitere Hilfen für Entwicklungsländer in der Coronakrise

Die reichsten Länder der Welt stunden den ärmsten Ländern in der Coronakrise ihre Schulden. Die führenden Industrienationen prüfen derzeit, ob Erleichterungen verlängert werden können.
Müllsammlerin in Venezuela (Symbolbild): Private Investoren beteiligen sich bislang nicht an Erleichterungen

Müllsammlerin in Venezuela (Symbolbild): Private Investoren beteiligen sich bislang nicht an Erleichterungen

Foto: Pedro Rances Mattey / dpa

Die sieben führenden Industriestaaten (G7) haben unter Leitung von US-Finanzminister Steven Mnuchin per Videokonferenz getagt. Die Runde machte eine allmähliche Verbesserung der Konjunktur aus - und erwägt weitere Hilfen für besonders arme Länder.

Das US-Finanzministerium teilte mit, eine Besserung der Konjunktur sei in allen G7-Ländern feststellbar. Antworten auf die Pandemie müssten aber weiterhin abgestimmt werden. Italiens Finanzminister Roberto Gualtieri twitterte, die G7-Staaten sähen das Konjunkturszenario für die Weltwirtschaft nicht mehr ganz so pessimistisch. Wichtig seien jetzt die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffes.

Schuldenmoratorium für die 73 ärmsten Länder

Angedacht von den G7-Staaten - USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien - sind laut US-Finanzministerium weitere Hilfen für besonders arme Länder. Zeitlich begrenzte Schuldenerleichterungen könnten bis 2021 verlängert werden. Das werde zumindest erwogen. Wegen der Explosionskatastrophe in Beirut wurden auch Hilfen für den Libanon diskutiert.

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Die Pandemie trifft ärmere Länder besonders hart, weil sie oft keine guten Gesundheitssysteme haben und bereits unter hohen Schulden leiden. Deutschland hatte seine Hilfen deswegen zuletzt um drei Milliarden Euro aufgestockt.

Auf internationaler Ebene wurden den 73 ärmsten Ländern der Welt bis zum Jahresende alle Zins- und Tilgungszahlungen gestundet. Das soll eine Entlastung von zwölf Milliarden Dollar bringen. "Wir sind uns einig, dass das Schuldenmoratorium von allen Gläubigern vollständig umgesetzt werden muss", sagte der deutsche Finanz-Staatssekretär Wolfgang Schmidt. "Wir haben außerdem bekräftigt, dass eine Beteiligung des Privatsektors sehr wichtig ist. Das gilt auch für eine mögliche Verlängerung des Schuldenmoratoriums über den 31.12.2020 hinaus."

Beobachtern zufolge bremst China als einer der wichtigsten Gläubiger der Welt den Prozess. Für die Beteiligung privater Investoren gibt es zudem bislang keine Anzeichen.

apr/Reuters